Bentley Motors hat im kalifornischen Monterey auf dem renommierten Pebble Beach Concours d'Elegance den Mulsanne, die komplett neue Grand-Touring-Limousine des Unternehmens enthüllt. Die Inspiration für den Mulsanne lieferte der Achtliter aus dem Jahre 1930, das Meisterstück von Firmengründer W.O. Bentley. Das Firmenfahrzeug von W.O. teilte sich in Pebble Beach das Podium mit dem neuen Mulsanne. Diese Meisterleistung des frühen Automobilbaus repräsentierte den letzten großen Bentley, und daran soll nun wieder angeknüpft werden.
Der neue große Bentley ist gegenüber dem Vorgänger um rund 16 Zentimeter auf 5,55 Meter Länge gewachsen. Beim Design gibt sich die Luxuslimousine zurückhaltend repräsentativ. Es dominieren wie beim Vorgänger klare Linien, auf moderne Effekthascherei wird verzichtet. Die imposante Länge verteilt sich auf eine mächtige Motorhaube, eine großzügige Passagierkabine und ein Heck mit großem Kofferraum.
Die Front mit den Rundscheinwerfern trägt nun Züge der unter VW-Regie entstandenen Continental-Modelle der Marke, am Heck prangen die klassischen Rückleuchten des Vorgängers. Blicke in den Innenraum gewährt Bentley noch nicht. Der gewachsene Radstand dürfte aber zu noch großzügigeren Platzverhältnissen im Fond führen.
Den Antrieb des erstmals nicht auf einer Rolls-Royce-Plattform aufgebauten Bentley-Flaggschiffs übernimmt ein 6,75-Liter-Turbo-Achtzylindermotor, der es auf bis zu 550 PS bringt und an eine Achtstufenautomatik gekoppelt ist. Der Verbrauch an Super Plus dürfte bei rund 20 Litern auf 100 Kilometern liegen, alternativ ist auch der Einsatz von Ethanol-Kraftstoff möglich, was die CO 2 -Bilanz des Luxusmobils verbessern soll.
Der neben dem Mulsanne in Kaliforniern ausgestellte Bentley Achtliter wurde zum erstenmal 1930 auf der London Motor Show gezeigt. Es war das zweite gebaute Fahrzeuge der Modellreihe und für zwei Jahre W.O. Bentleys Firmenwagen. Mit Geschwindigkeiten jenseits von 160 km/h, ist der Achtliter ein Beweis für W.O. Bentleys Ehrgeiz, ein großes luxuriöses Automobil zu bauen, das zur damaligen Zeit in der Lage war, die Fahrzeuge aller führenden Hersteller hinter sich zu lassen. In den Jahren 1930 und 1931 wurden 100 Fahrzeuge gebaut.
„Die atemberaubende Leistung und Qualität des acht Liters war vielleicht das beste Beispiel eines ,puren' großen Bentleys. Jedes technische Detail trug W.O. Bentleys Handschrift, und er war der anschauliche Beweis für ein kompromisslos gebautes Fahrzeug“ sagt Dr. Ulrich Eichhorn, Vorstand für Technik und Entwicklung bei Bentley Motors. „Der neue Bentley Mulsanne ist nach genau den gleichen Prinzipien entwickelt, es ist also angemessen, dass sich diese beiden Bentleys aus verschiedenen Epochen die gleiche Bühne teilen.“
Preise für den nach einer berühmten Kurve auf der Rennstrecke in Le Mans benannten Bentley Mulsanne stehen noch nicht fest. Sie dürften aber etwas über 300.000 Euro liegen. Die etwas größeren Wettbewerber Maybach 57 und Rolls-Royce Phantom kosten rund 400.000 Euro. Der Bentley Mulsanne wird ab Mitte 2010 in den Verkauf kommen und auf der nächsten IAA in Frankfurt (15. bis 27. September 2009) zu sehen sein.
mid/dj





