In der Kompaktklasse hat nur der Ford Focus RS hat mit seinen 305 PS mehr Kraft, ist aber so streng limitiert, dass er eher verteilt als verkauft wird. Kam beim letzten Golf R32 noch ein Sechszylinder mit 250 PS zum Einsatz, dessen 3,2 Liter Hubraum dem Kraftmeier seinen Namen gaben, folgt VW nun sogar auf der Überholspur der Idee vom Downsizing. Denn nun reichen gerade einmal zwei Liter Hubraum für den Kraftakt in der Golfklasse – allerdings nur, weil der Motor natürlich ein Direkteinspritzer ist und von einem Turbo aufgeladen wird.
Die Fahrleistungen des Golf R sind entsprechend imposant: bei maximal 320 Nm kommt er schon mit dem normalen Schaltgetriebe in 5,7 Sekunden auf Tempo 100. Bestellt man das optionale Doppelkupplungsgetriebe, ist er sogar noch zwei Zehntel schneller. Beide allerdings stürmen so vehement voran, dass die Entwickler bei 250 Sachen eine elektronische Bremse eingebaut haben.
Damit die Kraft nicht allein im Abrieb der Breitreifen verraucht, bekommt der R-Golf ein Sportfahrwerk mit 2,5 Zentimetern weniger Bodenfreiheit, das vom GTI bekannte Sperrdifferential an der Vorderachse – und natürlich den obligatorischen Allradantrieb.
Zwar ist die testosterongetränkte Zeit von dicken Schwellern und Spoliern vorbei, doch hat das Designteam den Golf R natürlich in einen schmucken Trainingsanzug gesteckt: Vorn haben die Schürzen unter den serienmäßigen Xenon-Leuchten deshalb größere Lüftungsschlitze und hinten einen Diffusor und Platz für die beiden Endrohre, die mittig montiert sind.
Natürlich gibt es Modelle, die zur grünen Welle von Frankfurt besser passen als der Golf R. Doch erstens hat VW ja nebenan noch den rekordverdächtigen Golf Blue Motion stehen, und zweitens haben die Entwickler selbst den Kraftprotz auf Diät gesetzt.
Brauchte der Vorgänger noch 10,7 Liter auf 100 Kilometer, ist der neue König der Kompaktklasse mit 8,5 und mit DSG sogar mit 8,4 Litern zufrieden.





