Der Vorgänger ist gerade drei Jahre alt, und trotzdem stellt Porsche bereits den neuen Turbo vor – aus gutem Grund. Der Turbo hat unter den Serienfahrzeugen des Herstellers eine herausragende Stellung. Er bildet die Spitze der Serienprodukte, wenn man einmal absieht von den limitiert hergestellten Supersportwagen und Carrera-Cup-Autos GT2, der bereits ausgelaufen ist, und GT3.
Porsche konnte nicht tatenlos zusehen, nachdem ein Hersteller wie Nissan mit dem GT-R ein leistungsstärkeres Fahrzeug (486 PS) voll ausgestattet zu einem Preis von 83.500 Euro auf den Markt brachte. Ein vergleichbarer – und schwächerer – Porsche Turbo kostete rund 60.000 Euro mehr: viel Geld für ein besseres Image.
Porsche hat gegenüber dem Nissan GT-R nun einen kleinen Vorsprung. Der Hubraum wurde von 3,6 Liter auf 3,8 Liter vergrößert, die Leistung steigt auf 500 PS.
Wenn Porsche ein neues Auto entwickelt, gehört es zu den Gesetzmäßigkeiten, dass der Nachfolger auf der Nordschleife des Nürburgrings schneller sein muss als der Vorgänger. Der neue Turbo, der in 3,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und eine Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h erreicht, erfüllt diese Forderung. Entscheidend dabei sind technische Verbesserungen, die auch eine Gewichtsreduzierung um 25 Kilogramm gegenüber dem Vorgänger gebracht haben. Eingespart werden konnte bei Motor und Getriebe.
Für die Ingenieure gilt es, dort das Gewicht zu mindern, wo es für die Straßenlage wichtig ist: außerhalb der Achsen, also vorn und hinten. Da bereits Teile der Karosserie wie die Motorhaube aus Aluminium bestehen, sind Quantensprünge beim Gewicht nicht mehr möglich. Zumal Porsche (als Option) eine Verbesserung mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) eingebaut hat, das die fünfgängige Wandlerautomatik ersetzt. Dadurch spricht das Auto direkter an und ist noch sportlicher zu fahren.
Grundlage dafür ist aber der neue Motor, das erste von Grund auf neu konstruierte Triebwerk in der 35-jährigen Geschichte der Porsche-Turbomodelle. Neben zwei Turboladern – je einem pro Zylinderbank – sorgt nun eine Benzindirekteinspritzung für mehr Dynamik durch ein Drehmoment bis zu 700 Newtonmeter.
Veränderungen von außen können meist nur die Besitzer von Autos der Marke feststellen. So ist die äußere Form der vorderen Scheinwerfer gleich geblieben, aber den Fahrweg beleuchten nun Xenonscheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht. Dort, wo früher die Nebelscheinwerfer leuchteten, ist nun ein LED-Tagfahrlicht montiert. Veränderungen an der Heckschürze beschränken sich auf nun eckiger geformte Rückleuchten und breitere Endrohre. Wesentlichste Veränderung innen ist ein Touchscreen-Bildschirm, über den auch das Navigationssystem bedient wird.
Vorgestellt wird der neue Turbo auf der IAA im September, bei den Händlern steht er ab 21. November. Die Preise für das Coupé beginnen bei 145.871, für das Cabrio bei 157.057 Euro: Die Veränderungen lässt sich Porsche also mit einem Preisaufschlag gegenüber dem Vorgänger von rund fünf Prozent vergüten.




