Fast eine Million des bulligen Kia wurden bis heute weltweit verkauft. Auch die zweite Generation, die Morgenpost Online in der Ausführung 2,2 CRDi Vision mit 197 PS zur Verfügung stand, dürfte sich als würdiger Nachfolger erweisen. Es sei denn, die Benzinpreise steigen in den kommenden Jahren ins uferlose.

Denn die angegebenen 6,6 Liter Diesel sind, wie so häufig bei SUV, ein reiner Fabelwert. Weder in der Stadt noch auf der Autobahn lässt sich der Riese bei durchschnittlicher Fahrweise unter zehn Liter bewegen. Am Ende der Probefahrt pendelte sich der Sorento bei 9,1 Liter ein.

Dieses muss bei einem 4,69 Meter langen und 1,76 Meter hohen Fahrzeug nicht sonderlich verwundern. Zwar wurden mit dem Abschied vom Leiterrahmen-Aufbau im Vergleich zum Vorgänger rund 215 Kilogramm Gewicht eingespart, doch verbleiben immer noch mehr als 1,9 Tonnen und die Windschlüpfigkeit einer Schrankwand.

Dank des bärigen Motors weiß der Kia wenigstens beim Geradeauslauf seine Pfunde recht gut zu kaschieren. Das sechsstufige Automatikgetriebe, für das ein Aufpreis von 1135 Euro verlangt wird, gefällt bestens und treibt den Trumm von Auto unablässig Richtung Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Für kurze Zwischenspurts lässt sich mithilfe des Automatikwahlhebels herunter und bei Bedarf später wieder hoch schalten – das funktioniert gut und schnell.

Doch während sich über Motor und Getriebe nur Gutes sagen lässt, liegt die Innenausstattung des Kia noch nicht auf Höhe der deutschen Konkurrenz. Der penetrante Plastik- und Ledergeruch, der sich auch nach mehr als 4000 Kilometer hartnäckig im Testfahrzeug hielt, zeugt ebenso von mäßiger Qualität wie die Multimedia-Navigation, für die immerhin 1490 Euro verlangt wird. Selbsterklärend ist bei dieser so gut wie nichts. Als es trotz Handbuch nicht gelingen wollte, die Navigation per Stimme wieder einzuschalten, hätten wir das Ding am liebsten in die ewigen Jagdgründe geschickt. Das war es dann aber schon mit der Kritik.

Dass der Kia weich und komfortabel abgestimmt ist, wird je nach Temperament des Fahrers gefallen oder eben nicht. Der Grundpreis hingegen, der beim günstigsten Allrad mit Dieselmotor und Automatik 33.415 Euro beträgt, dürfte in jedem Fall gefallen.