Das perfekte Auto, jeder stellt es sich anders vor. Aber dass es groß sein möge, praktisch, sicher, gediegen und komfortabel – so denken gewiss nicht wenige über ihren Traumwagen. Wer die Tür des neuen T-Modells der Mercedes E-Klasse zum ersten Mal öffnet, wird den Eindruck nicht los, hier komme man in die Nähe dessen, was man sich immer gewünscht hat.

Außer vielleicht eingefleischte Roadster-Freunde sind alle, die Platz nehmen hinter dem traditionell großen Lenkrad, angenehm berührt von so viel unaufdringlichem Luxus, der auch durch schiere Größe entsteht. Raum ist schließlich ebenso kostbar wie Zeit, und die E-Klasse, das Taxi der Nation, war immer geräumig, gerade auf der Rückbank hat es stets viel zu bieten.

Im T-Modell ist darüber hinaus ein Zusatznutzen zu verzeichnen, seit 1977 schon, denn damals kam der erste Kombi der E-Klasse auf den Markt. Heute aber erlebt man die Eigenschaft, die den Kombi von der Limousine trennt, intensiver denn je: Erstmals ist die Heckklappe serienmäßig elektrisch zu öffnen und zu schließen, was zwar dekadent anmutet, aber bei häufiger Benutzung, vor allem beladen mit Einkaufstaschen, wirkliche Vorteile bietet.

Sanft surrend gibt die Heckklappe den Blick frei auf einen Laderaum, von dem man sofort weiß: Mehr geht nicht, mehr muss man auch nie wieder haben. 700 Liter stehen zur Verfügung, wenn die Rücksitzbank aufrecht bleibt, 1950 Liter sind es bei umgelegten Sitzen. Nicht einmal der riesige Skoda Superb Combi kann da mithalten.

Nun ist eine E-Klasse kein Nutzfahrzeug, auch wenn die Bezeichnung T-Modell (T für Transport) das nahelegt. Doch hat Mercedes immer darauf geachtet, dass dieser Kombi als wahrer Kombi dient, dass er viel transportieren kann. Wer den Laderaum im neuesten Modell nicht braucht, kann eine versenkbare dritte Sitzbank ordern (1083 Euro), auf der zwei Kinder bis 1,40 Meter Größe und 50 Kilogramm Gewicht auf dem Weg zur Schule zwar entgegen der Fahrtrichtung, aber ausreichend bequem untergebracht sind.

Der Fahreindruck passt zum Auftritt des Edel-Kombis. Erstmals gibt es in Serie eine Luftfederung für die Hinterachse, was vor allem bei voller Zuladung mehr Komfort und Sicherheit bietet – und was dem sportlich ambitionierten Familienvater signalisiert, er möge sein Auto woanders kaufen.

Die E-Klasse ist als Kombi kein Kurvenräuber, doch freut sie sich geradezu über lange Strecken auf Autobahnen, wo sie komfortabel ihre Bahn zieht wie kein anderes Fahrzeug ihrer Klasse.

Diese Klassenzugehörigkeit markiert allerdings den einzigen Nachteil: Hier oben wird die Luft dünn bei der Finanzierung. 41.950 Euro ist der Basistarif für das Modell E.200 CDI mit 136 PS starkem Dieselmotor. Zwar gibt es fürs Geld schon viel Ausstattung serienmäßig (Klimaanlage, ABS, ESP, Leichtmetallräder, CD-Radio, Müdigkeitswarnung), und extrem viel teurer als BMW und Audi ist Mercedes hier nicht – doch ein hoher Preis bleibt ein hoher Preis.

Der Einstiegs-Vierzylinder dürfte es nicht ganz leicht haben mit dem gut 1,8 Tonnen schweren Auto. Mit dem kleinsten Motor wendet sich Mercedes am ehesten an Taxiunternehmen; wird die E-Klasse als Familienlaster für längere Strecken genutzt, steht ihr mehr Dieselkraft (E 220 CDI, 170 PS) gut zu Gesicht, was den Preis auf 44.804 Euro treibt. So geht es weiter bis zum Benziner E 500, der 70.150 Euro kostet. Und endgültig ein Traumwagen ist.

Mitarbeit: mid