Das hier sollte alles noch geheim sein. Denn erst am Samstagabend amerikanischer Zeit will Mercedes anlässlich eines "Neujahrsempfangs" in der Autostadt Detroit seine neue E-Klasse offiziell enthüllen. Bis zum Sonntag, dem ersten Tag der großen Automesse in Detroit, hätte sie in Europa niemand sehen dürfen. Doch nun ist, Tage vorher, ausführliches Bildmaterial zum Modell mit dem Codenamen W 212 im Internet aufgetaucht.

Damit reiht sich die E-Klasse ein in die Serie von Kommunikationspannen um neue Autos. Den Audi A5 hat es in jüngster Zeit ebenso getroffen wie Neuheiten von Opel oder BMW. Grund ist, dass die Prospekte und Broschüren für den Vertrieb schon so früh fertig werden müssen, damit sie weltweit rechtzeitig bei den Händlern sind. Und irgendjemand aus der riesigen Verkaufsorganisation einer großen Firma findet sich immer, der solche Prospekte einscannt und die Bilder an Fans im Internet weitergibt - kostenlos oder auch gegen Geld.

Nun hat es also die E-Klasse getroffen, über deren optische Qualitäten man sich trefflich streiten kann. Auf den ersten Blick wirkt das neue Auto mit seinem weiter entwickelten Vieraugengesicht sehr modern. Erst beim zweiten Hinsehen entdeckt man Anklänge an die Mercedes-Historie, die der neue Chefdesigner Gorden Wagener eingearbeitet hat. So erinnern die Linien über den hinteren Kotflügeln an den sogenannten Ponton-Mercedes von 1953, der als Urahn der mittleren Mercedes-Baureihe gilt.

Wobei man das Wort Mittelklasse hier nicht mehr verwenden sollte: Die E-Klasse ist 4,93 Meter lang und kann mit mehr Elektronik ausgestattet werden als die meisten anderen Autos. Selbst eine automatische Vollbremsung beherrscht das Auto - natürlich nur gegen Aufpreis.

Das Basismodell E 200 CDI mit 136 PS wird knapp unter 40.000 Euro kosten und nach EU-Norm nur 5,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen. Insgesamt gibt es sechs Diesel- und sechs Benzinmotoren, das stärkste Modell wird ein Achtzylinder mit 525 PS sein.

Noch in diesem Jahr sollen Coupé- und Kombi-Modelle der E-Klasse folgen, eine Hybrid-Version kommt frühestens 2010 auf den Markt.

ank