Klein, leicht, antriebsstark und ohne technischen Schnickschnack. Das war die Grundidee des Mazda MX-5. 20 Jahre sind inzwischen vergangen, und von manchen Prinzipien hat sich Mazda verabschiedet. Unser Testwagen, ein Roadster Coupé mit elektrischem Klappdach, hat 160 PS bei 1100 Kilogramm Gewicht.

Wer in dem Zweisitzer Platz nimmt, hat nicht das Gefühl, in einem schlichten Sportwagen zu sitzen. Der Innenraum erinnert stark an BMW Z4 oder Mercedes SLK: Recaro-Sportsitze in Leder, Multifunktionslenkrad, Sitzheizung, Tempomat, Bordcomputer, Bose-Soundanlage. Purismus sieht wohl anders aus.

Doch sobald man den Zündschlüssel umdreht, verblassen diese Kritikpunkte. Der Mazda ist antrittsstark und drehfreudig. Dazu der Heckantrieb, die knackige Abstimmung und das trocken klackende Sechsganggetriebe – fertig ist ein hautnahes, unverfälschtes Fahrerlebnis. Der MX-5 ist ein kerniger Roadster, so wie er sein soll.

Im Stadtverkehr macht sogar das Fahren von einer roten Ampel zur nächsten Spaß. Weniger Freude bereitet allerdings der Blick auf die Tankanzeige. Ein Verbrauch von zwölf Litern ist keine Seltenheit. Also lieber auf die Landstraße, ohne Stop-and-go-Verkehr, da ist der MX-5 ohnehin in seinem Element und lässt seine direkte Lenkung und das Sportfahrwerk spüren. Und wer auf der Autobahn den Tempomat einstellt, senkt den Verbrauch auf sechs Liter. Im Schnitt hat unser Testwagen 8,3 Liter Super auf 100 Kilometern verbraucht.

Doch trotz all des Komforts müssen sich Fahrer und Beifahrer auch im neuen MX-5 noch immer beschränken. Der Innenraum ist beengt, vor allem für Menschen mit langen Beinen bleibt es in dem Roadster unbequem. Freiwillige Selbstbeschränkung ist auch beim Gepäck angesagt. Das Roadster Coupé hat – ebenso wie die Version mit Stoffverdeck – lediglich ein Kofferraumvolumen von 150 Litern.

Und auch wenn das Lenkrad mittlerweile nicht nur zum Lenken, sondern auch zum Bedienen fast aller Technik im Mazda MX-5 genutzt werden kann, so ist es nach wie vor nicht in der Länge verstellbar. Das ist vielleicht das letzte Stück Purismus.