CO2-Debatte

Wer will schon mit einem Öko-Auto fahren?

Das Angebot an umweltfreundlichen Autos nimmt stetig zu. Fast jeder Hersteller wertet mittlerweile seine Palette mit einem besonders sparsamen Modell auf. Neue Verkaufszahlen belegen: Beim Kunden kommt die Botschaft bisher nicht an. Das liegt am schlechten Image. Und am Hubraum.

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Die Kaufzurückhaltung bei Öko-Autos ist nicht neu, sondern ein bekanntes Phänomen, wenn man etwa an den schon 1999 präsentierten, aber bis Produktionsende 2004 erfolglosen 3-Liter-Lupo von VW denkt. Oder den sparsamsten Audi A2, der mit dem gleichen Motor das Schicksal des Lupo teilte. Woran liegt es aber, dass jeder nach einem umweltfreundlichen Auto verlangt und keiner eins kauft?

Zum einen wollen die Autokäufer trotz Klimadebatte nicht auf Hubraum und PS verzichten. Das zeigen die steigenden Verkäufe der meist schweren und leistungsstarken Geländewagen, die von Januar bis Oktober 2007 um 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen haben. Auch die Neuzulassungen von Sportwagen sind in derselben Zeit um 5,2 Prozent gestiegen. Demgegenüber sind die Verkäufe in allen anderen Segmenten weiter rückläufig – bei den meist besonders sparsamen Kleinwagen um ganze 7,5 Prozent.

Zum anderen haben Öko-Autos bei den Käufern noch immer ein schlechtes Image. Eine aktuelle Studie des Automobilclubs von Deutschland (AvD) zeigt, dass 81 Prozent der befragten Autokäufer mit einem umweltfreundlichen Auto Verzicht und Einbußen an Prestige und Komfort verbinden. Weiter zeigt die Studie, dass die wichtigsten Kaufkriterien Sicherheit, Zuverlässigkeit, Preis-Leistungsverhältnis und Unterhaltskosten sind. Erst danach folgen der Kraftstoffverbrauch und der Schadstoffausstoß. Bei einer von Aral veröffentlichten Studie rangiert das Kaufkriterium Umweltfreundlichkeit sogar nur auf Rang zehn.


Ein weiterer Aspekt, der den Absatz der Öko-Autos bremst, ist laut AvD die mangelnde Aufklärung seitens der Medien, der Industrie und der Händler. So wüssten die meisten Autokäufer überhaupt nicht, was ein umweltfreundliches Auto ausmacht und wünschten sich ein klar nachvollziehbares Umweltsiegel mit entsprechender Klassifizierung.


Das Vorhandensein der Technik allein genügt also nicht, um die Öko-Autos in Deutschland erfolgreich zu vermarkten. Neben einem besseren Image für sparsamere Autos könnten laut AvD auch Ausnahmegenehmigungen bei möglichen zukünftigen Fahrverboten oder der City-Maut sowie die Reduzierung der Parkgebühren in der Innenstadt dem schwachen Absatz auf die Sprünge helfen. Wenn alles so bleibt wie bisher, werden wohl auch weiterhin große Geländewagen und schnelle Sportwagen in der Käufergunst ganz oben stehen.