Kommentar

Keine Panik bei roter Schul-Ampel

Zehn Schulen sind inzwischen im Alternativszenario. Dabei werden Klassen in zwei Gruppen geteilt. Gut so, findet Susanne Leinemann.

Bildungsredakteurin Susanne Leinemann.

Bildungsredakteurin Susanne Leinemann.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Zehn Schulen auf „Rot“, nicht mehr nur zwei. Berlins Corona-Schulampel wechselt langsam, aber gut. Endlich ist zumindest auch die Farbe „Rot“ knapp zweistellig. Damit gehen diese Schulen ins „Alternativszenario“. Was das heißt? Die Klassen und Kurse werden in Gruppen A und B geteilt, damit weniger Schüler und Lehrkräfte an einem Schultag zusammenkommen. Der eine Teil lernt vor Ort, der andere zu Hause.

„Das allgemeine Infektionsgeschehen macht nicht vor den Schulen halt“, sagt die Neuköllner Schulstadträtin Karin Korte (SPD). Die Zahlen belegen das. Auch in dieser Woche gab es eine Steigerung bei positiv getesteten Schülern und beim Personal von fast 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Und das im Lockdown light.

Restaurants sind geschlossen, Bars, Museen, Fitnessstudios und Schwimmbäder. Der Preis, den alle – und die Selbstständigen ganz besonders – zahlen, ist hoch. Die Schulen sind dagegen noch offen. Das hat seinen guten Grund, denn die Wochen des Lockdowns im Frühjahr haben gezeigt, wie bitter die Folgen von Schließungen sein können. Kinder und Jugendliche, die danach zurückkehrten und kaum noch Deutsch sprachen. Andere Schüler, die sichtbar zugenommen hatten. Vom verlorenen Lernstoff ganz zu schweigen. Und wer ehrlich ist, muss zugeben: Es lernt sich im Klassenzimmer einfach besser.

Doch auch von der Illusion des Regelunterrichts sollte man sich aktuell verabschieden. In vielen Schulen fehlen zunehmend Lehrkräfte, weil sie in Quarantäne sind. Der normale Stundenplan ist kaum noch möglich. Es wäre gut, wenn wir pragmatisch in die nächsten Wochen gehen: so viel Unterricht wie möglich und verantwortbar ist. Aber wenn es nicht mehr geht, dann wechselt man halt eine Weile auf „Rot“. „Die Stufe Rot ist kein Anlass zur Panik“, sagt Korte. Recht hat sie.

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