Kommentar

Bauakademie: Suche nach Direktor desaströs verlaufen

Der Streit um die Leitung wird vor Gericht ausgetragen. Ein Desaster, weil der Wiederaufbau der Bauakademie sich verzögern könnte.

Isabell Jürgens

Isabell Jürgens

Foto: Reto Klar

Der Deutsche Bundestag hat 2016 die Wiedererrichtung der Schinkelschen Bauakademie und die Gründung einer Bundesstiftung als Trägerorganisation für den Wiederaufbau und den Betrieb des Gebäudes beschlossen.

Laut Satzung dieser Stiftung soll die „Bauakademie ein gebauter Ort und zugleich eine unabhängige und zukunftsoffene nationale und internationale Begegnungs- und Kommunikationsplattform für die Darstellung von und die Diskussion über das Bauen in all seinen Facetten sein“.

Ein großes Vorhaben mit einem hehren Anspruch – der am Dienstag einen empfindlichen Dämpfer vor dem Berliner Arbeitsgericht erhalten hat.

SPD-Politiker darf Bauakademie-Direktorenstelle nicht antreten

Die Vorsitzende Richterin untersagte der Bundesstiftung, die Stelle mit dem SPD-Politiker Florian Pronold zu besetzen. Und zwar so lange, bis in einem Hauptsacheverfahren abschließend geklärt ist, ob der klagende Architekturprofessor Philipp Oswalt möglicherweise besser für den Posten des Gründungsdirektors geeignet ist, als der parlamentarische Staatssekretär.

Ein solches Verfahren kann sich bekanntlich hinziehen. Ein Desaster, weil damit der Wiederaufbau der Bauakademie erheblich verzögert zu werden droht.

Wie die Bundesstiftung Bauakademie mit dieser Entscheidung umgehen wird, blieb am Dienstag offen. Es ist davon auszugehen, dass die Stiftung gegen das Urteil Berufung einlegen wird.

Ansehen von Florian Pronold hat Schaden genommen

Unterdessen hat nicht nur das Ansehen des Staatssekretärs in der heftig und öffentlich geführten Personaldebatte Schaden genommen. Auch das eigentliche Anliegen mit der Bauakademie „über die Grenzen Berlins und Deutschlands hinaus zu strahlen und Menschen aus der ganzen Welt anzuziehen und zu vernetzen“, hat gelitten.

Die Stiftung muss nun die Frage beantworten, wieso ein Bewerber ausgewählt wurde, der wesentliche Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllt.