Kommentar

Der TXL-Bus zeigt, wie Airport-Anbindung nicht funktioniert

Beim BER soll alles besser funktionieren als in Tegel. Doch vor allem der Berliner Süden hat keine gute Anbindung, so Thomas Fülling.

Redakteur Thomas Fülling

Redakteur Thomas Fülling

Foto: Sergej Glanze

Berlin. Der erste Kontakt vieler Besucher mit Berlin ist der TXL. Dieser bekannte Drei-Buchstaben-Code bezeichnet nicht nur den Innenstadt-Airport, sondern auch den Nahverkehrsbus, der die Reisenden schnell und komfortabel in die Stadt und wieder zurück bringen soll. Doch jeder, der einmal in den TXL eingestiegen ist, weiß: Der Bus ist weder schnell noch komfortabel.

Regelmäßig bleibt der TXL hoffnungslos im Berliner Auto-Stau stecken, Fahrpläne sind kaum mehr als gut gemeinte Absichtserklärungen. Und steigt dann auch noch eine Urlauber-Familie mit zwei dicken Reisekoffern ein, ist gleich der halbe Fahrgastraum versperrt. Die BVG verzichtet aus Kostengründen und berlintypischer Hochnäsigkeit auf Busse, die mehr Platz für Gepäck bieten. Nicht erst die jüngsten BVG-Streiks haben belegt, dass der Flughafen Tegel nahverkehrstechnisch gesehen eine Katastrophe ist.

Noch ist es Zeit, die Fehler von Tegel zu vermeiden

Beim neuen Hauptstadtairport BER in Schönefeld wollten die Stadtplaner alles besser machen. In der Tat hat der einen mit sechs Gleisen opulent ausgestatteten Bahnhof direkt unter dem Terminal bekommen. Anders als der Flughafen selbst ist der Bahnhof schon seit 2011 fertiggestellt und muss seither mit Belüftungsfahrten vor dem Verschimmeln bewahrt werden. Doch auch dieses Konstrukt hat seine Schwächen. Weil die Bahntrasse über Lichtenrade in Verzug ist, wird der geplante Flughafen-Express eine Schleife über Ostkreuz drehen müssen. Vor allem der Berliner Süden hat dadurch keine gute Anbindung. Aushelfen soll da wieder der Bus.

Noch ist Zeit, die Fehler von Tegel zu vermeiden. Eine Option ist die wiederholt geforderte Verlängerung der U-Bahn von Rudow nach Schönefeld. Eine zweite ist die Elektrifizierung des Südrings durch Wilmersdorf und Schöneberg. Beides werde geprüft, heißt es beim Senat. Entschieden ist, wie so oft in Berlin, bislang nichts.