Kommentar

Kostenexplosion am BER: Aus Fehlern nichts gelernt

Das Planungsdesaster am BER setzt sich fort. Offenbar haben die Planer nichts aus den Fehlern gelernt, beobachtet Gudrun Mallwitz.

Die BER-Planer haben nicht dazu gelernt, findet Gudrun Mallwitz

Die BER-Planer haben nicht dazu gelernt, findet Gudrun Mallwitz

Foto: bm

Berlin. Man darf Flughafenchef Lütke Daldrup nur die besten Absichten unterstellen. Der ehemalige Berliner Staatssekretär steht bald zwei Jahre an der Spitze der Flughafengesellschaft und legt großes Engagement an den Tag, um den Hauptstadtflughafen BER bis Oktober 2020 startklar zu machen. Nach einer schier unglaublichen Serie von Pannen und Problemen, die zu fünf geplatzten Eröffnungsterminen und zusätzlichen Kosten von mehreren Milliarden Euro von führten, versprach der neue Flughafenmanager bei der Planung eines zweiten Terminals: „Wir haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt.“ Daran muss inzwischen aber gezweifelt werden. Denn das Planungsdesaster am BER scheint sich auch unter Lütke Daldrup fortzusetzen.

Kosten für Terminal 2 haben sich verdoppelt

Beim Terminal 2 für Billigflieger, das zur geplanten BER- Eröffnung nächstes Jahr in Betrieb gehen soll, haben sich die veranschlagten Kosten von 100 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro verdoppelt. Dies ist zwar keine neue Nachricht, doch nun liegt schwarz auf weiß vor, was zu der erneuten Kostenexplosion geführt hat. Laut einem externen Gutachten wurden Aufträge vergeben, ohne dass die Kosten zuvor ausreichend kalkuliert waren. Auch wurde – wie damals beim Hauptterminal – die Bruttogeschossfläche im Nachhinein drastisch erhöht.

Vertrauen in den BER verspielt

Die Liste der Versäumnisse ist lang. Längst ist bei vielen das Vertrauen geschwunden, dass dieser Flughafen überhaupt noch einmal fertig wird. Die technischen Probleme mit der Brandschutzanlage im Hauptterminal und das Chaos bei den verlegten Kabels sind immer noch nicht behoben. Dafür müssen aber die beauftragten Firmen sorgen. Die jetzt festgestellten Planungsversäumnisse beim Bau des neuen Terminals hingegen muss sich die Flughafengesellschaft anlasten. Sie hat aus Fehlern wohl doch nicht gelernt.