Debakel

Das Pergamonmuseum gerät zum Sanierungsfiasko

Nach BER und Staatsoper ist das Pergamonmuseum das nächste Debakel. Das notwendige Geld fehlt woanders, kommentiert Stefan Kirschner.

Die Baustelle des Pergamonmuseums

Die Baustelle des Pergamonmuseums

Foto: dpa Picture-Alliance / KAI-UWE HEINRICH TSP / picture-alliance

Jetzt also auch das Pergamonmuseum. Die Sanierung dauert deutlich länger und wird, da besteht ein Kausalzusammenhang, auch deutlich teurer. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man über die vom Bundesbauministerium angegebene Ursache schmunzeln: Eine „unerwartete Entdeckung“ (zwei Pumpenhäuser) wird als Grund für das Desaster genannt. Das erinnert an das Sanierungsfiasko bei der nicht weit entfernt liegenden Staatsoper Unter den Linden. Die sollte schon längst wieder eröffnet worden sein.

Beigetragen zu den mehrjährigen Verzögerungen – verbunden mit deutlichen Kostensteigerungen – haben dort zwei unerwartete Entdeckungen: ein Tresor und zahlreiche Eichenholzpfähle. Letztere wurden von früheren Bauherren zur Absicherung des Gebäudes in den Boden getrieben. Denn es war in Berlin jahrhundertelang kein Geheimnis, dass der Baugrund in der historischen Mitte problematisch ist. Stichwort Urstromtal.

Jetzt hat es den Bund erwischt

Während bei der Staatsoper das Land Berlin als Bauherr mit Spott, Häme und den Kostensteigerungen (denn der Bundeszuschuss war in weiser Voraussicht festgeschrieben) überschüttet wurde, hat es jetzt den Bund erwischt. Nicht wirklich überraschend. Schon beim Bau der James-Simon-Galerie, dem künftigen gemeinsamen Empfangsgebäude für die Sammlungen der Museumsinsel, kam es zu Verzögerungen wegen des Untergrunds.

Es mutet geradezu absurd an, wenn das Bauministerium jetzt mitteilt, dass auf „ausgedehnte Voruntersuchungen des Baugrundes“ vor Beginn der Sanierungsarbeiten „aus Rücksicht auf den laufenden Museumsbetrieb verzichtet“ wurde. Das kann man bei einem unproblematischen Baugrund wagen, aber nicht in der Mitte Berlins. Die jetzt eingetretenen Verzögerungen werden den Museumsbetrieb noch lange beeinträchtigen. Und das zusätzlich notwendige Geld fehlt an anderer Stelle.