Kleiner Tiergarten

Bloß keinen zweiten Görlitzer Park

Im Kleinen Tiergarten eskaliert das Drogenproblem. Es darf keine Liberalisierung der Drogenpolitik geben, warnt Gilbert Schomaker.

Menschen genießen das schöne Wetter im Görlitzer Park in Kreuzberg

Menschen genießen das schöne Wetter im Görlitzer Park in Kreuzberg

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Die Wortwahl ist schon fast kriegerisch: Wir wollen den Kleinen Tiergarten für die Bürger zurückerobern, sagte ein Polizist bei einer Bürgerversammlung bereits im Juni. Am Mittwoch sagte dann auch Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD), die Grünanlage dürfe nicht zu einem Görlitzer Park zwei werden. Die warnenden Worte kommen nicht von ungefähr. Seit einigen Monaten macht sich in Moabit eine aggressive Drogenszene breit. Die Dealer nutzen nicht nur die Eingänge zur U-Bahn, sondern mittlerweile auch den gerade erst sanierten östlichen Teil des Parks. Der neu angelegte Spielplatz gilt als Drogenumschlagplatz. Es gibt Messerstechereien und Verteilungskämpfe.

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Gegen die Drogenhändler vorzugehen ist in erster Linie Sache der Polizei. Das hat sich auch beim Görlitzer Park in Kreuzberg gezeigt. Als das Problem überhandnahm, konnten die Dealer nur durch einen massiven Polizeieinsatz bekämpft werden. Doch jeder weiß: Die Beamten können einen Park nicht dauerhaft 24 Stunden in Manndeckung nehmen. Genauso wichtig ist es, dass die Bürger eingebunden werden. Anwohner haben auch schon Ideen, wie sie mit Wochenmärkten und Kiezfesten das Areal „besetzen“. Zudem können Sozialarbeiter und Ordnungsamtskräfte auf die Drogenszene zugehen und ihr deutlich machen, dass sie im Kleinen Tiergarten nicht mehr geduldet wird.

Die Warnung vor einem Görli zwei zeigt aber auch sehr deutlich: Es darf keine Liberalisierung der Drogenpolitik geben. Denn überall dort, wo Drogen auftauchen, werden sie zu einem Problem. Siehe Görlitzer Park, RAW-Gelände und Warschauer Brücke, siehe Kleiner Tiergarten. Die Grünen wollen laut Wahlprogramm die „sinnlose Nulltoleranzzone im Görlitzer Park“ aufheben und einen regulierten Verkauf von Cannabis an Erwachsene ermöglichen. Für den Kleinen Tiergarten wünschen sich die Anwohner aber genau das: eine Nulltoleranzzone für Drogen.

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