Kommentar

Görli: Anwohner wollen ihren Park zurück

Andreas Abel
Morgenpost-Redakteur Andreas Abel

Morgenpost-Redakteur Andreas Abel

Foto: Krauthoefer

Die CDU möchte die Drogenhändler aus dem Görlitzer Park vertreiben. Doch es gibt noch andere Vorschläge. Andreas Abel kommentiert.

Die Drogenhändler im Görlitzer Park sind ein Ärgernis. Die CDU möchte sie grundsätzlich dort weghaben, deshalb haben Innensenator Frank Henkel und Justizsenator Thomas Heilmann bereits vor mehr als einem Jahr die Null-Toleranz-Politik ausgerufen. Allerdings sind immer noch Dealer im Park. Man kann lange darüber debattieren, ob das Problem kleiner geworden oder gleich groß geblieben ist. Auf jeden Fall ist es noch da. Darüber ärgern sich auch die meisten Anwohner und Nutzer des Parks.

Viele stört aber nicht die Präsenz der Drogenhändler grundsätzlich, sondern die Belästigungen, die von ihnen ausgehen. Belästigungen, die nicht selten über das „Anquatschen“ hinausgehen, die bis zur Nötigung und Bedrohung reichen. Auch wenn die CDU das nicht gern hört, die Anwohner fordern pragmatische Lösungen. Sie wollen den Park zurückhaben und keine Grundsatzdebatte über den Rechtsstaat führen. Man ist schließlich in Kreuzberg.

„Dealer müssen nicht angesprochen werden, ihr Geschäft auf irgendeine vertretbare Weise durchzuführen. Dealern muss die rote Karte gezeigt werden“, sagt die CDU. Das aber ist ja offensichtlich nicht so leicht durchzusetzen. Die Projektgruppe aus Anwohnern, Sozialarbeitern und Mitarbeitern des Bezirksamtes hat daher einen „Masterplan“ erarbeitet, um die Pro­bleme zu minimieren. Er sei eine Ergänzung zu den Maßnahmen der Polizei, sagte ein Vertreter der Gruppe.

Das könnte vielleicht ein Ansatz sein, etwas Dampf aus der Debatte zu nehmen. Zudem scheint die Krux des Plans nicht darin zu liegen, dass er Parkläufer als Mediatoren und Sozialarbeiter, die mit Drogendealern reden, vorsieht. Vielmehr fehlt die Perspektive, wer das eigentlich bezahlen soll.