Eine Berliner Schule – die Hellersdorfer Wolfgang-Amadeus-Mozart-Schule – hat große Probleme mit gewaltbereiten Schülern. Mehrere Lehrer und die Schulleiterin stellen Überlastungsanzeigen. Sie fühlen sich den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Eltern rufen in einem Brandbrief um Hilfe. Das ist schlimm. Doch es kommt noch schlimmer. Die Mozart-Schule ist kein Einzelfall, sagen nun Politiker und Elternsprecher. Auch andere Schulen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf hätten Probleme mit Schülern, die Mitschüler drangsalieren und gegenüber Lehrern und Erziehern gewalttätig auftreten.
Im Fall der Mozart-Schule hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) nun endlich gehandelt und einen neuen Schulleiter eingesetzt. Gerald Miebs, Schulleiter der Walter-Gropius-Schule in Neukölln, ist ein gestandener Pädagoge, der jahrzehntelange Erfahrung mit der Leitung von Schulen hat. Er wird die drängendsten Probleme an der Mozart-Schule angehen, soviel steht fest. Fest steht aber auch, dass er nur bis zum 31. Juli dort bleiben wird. Danach muss und will er zurück an seine Schule, damit es dort nicht auch noch zu ernsthaften Problemen kommt.
Es wird nicht leicht sein, bis zum Sommer einen Schulleiter für die Mozart-Schule zu finden. Zum einen dauern die Ausschreibungsverfahren viele Monate. Zum anderen stehen geeignete Kandidaten für die Leitung einer Brennpunktschule nicht eben Schlange. Auch deshalb sind berlinweit gegenwärtig 19 Schulleiterposten und 70 Stellvertreterstellen nicht besetzt. Und es könnten noch mehr werden, wenn möglicherweise weitere Schulleitungen in Marzahn-Hellersdorf neu besetzt werden müssen.
Doch es gäbe eine Lösung. Denkbar wäre ein festes Team ausgewiesener Experten, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn eine Schulleitung der Lage nicht mehr gewachsen ist und ausgewechselt werden muss. Das Krisenteam könnte die Leitung der betreffenden Schule übernehmen und sie auf Kurs bringen, bis ein geeigneter Schulleiter gefunden ist. Das kostet zwar Geld, doch gute Schule hängt wesentlich von einer guten Leitung ab.


