Es war 2009, als die damalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) vollmundig ankündigte, jeden Schüler mit einem Laptop auszustatten. Doch während sich die Technik seither rasant entwickelte, sind die Schulen von diesem Ziel weit entfernt. In Berlin teilen sich im Schnitt fünf bis sechs Schüler einen Computer.
Es geht um viel mehr als um Zugang zur Technik. Ohnehin besitzen die meisten Schüler einen PC und sind per Smartphone vernetzt. Ganz selbstverständlich nutzen sie Apps, suchen im Internet nach Informationen, tauschen ihre Hausaufgaben aus und lassen sich Mathe auf Youtube erklären.
Doch verstehen sie, wie die Technik funktioniert? Das ist leider die Ausnahme. Während IT-Fachkräfte händeringend gesucht werden, sind die meisten Schulabgänger eher ahnungslos, wenn es etwa darum geht, selbst zu programmieren oder ein Hardwareproblem zu beheben. Zwar werden nicht alle im Job programmieren müssen, jedoch gibt es heute kaum noch Jobs, die ohne digitale Medien auskommen. Klar im Vorteil ist da derjenige, der nicht nur Nutzer, sondern auch Gestalter dieser Welt ist.
Berlin droht wieder, den Anschluss zu verlieren
Andere Länder haben erkannt, dass sich die Schule wandeln muss. In den USA machte Barack Obama die digitale Bildung zur Chefsache. In Dänemark bringen ältere Schüler eigene Laptops oder Tablets mit zur Schule, sodass Lehrer auf virtuelle Lernräume zugreifen können. An britischen Schulen ist Programmieren seit einem Jahr schon an Grundschulen verpflichtendes Fach.
Berlin droht da mal wieder den Anschluss zu verlieren. Neben allen berechtigten Forderungen nach mehr Personal, mehr Fortbildung und mehr Technik muss sich vor allem das Bewusstsein durchsetzen, dass die Digitalisierung nicht vor dem Schultor halt macht. Vieles kann mit intelligenter Software einfacher werden, besonders die Förderung der Schüler passgenau zum Lernniveau. Gerade in einer so heterogenen Stadt wie Berlin ist es für Lehrer häufig die größte Herausforderung, allen Schülern mit den verschiedenen Voraussetzungen gerecht zu werden. Und auch die Motivation der Schüler steigt, wenn sie das Gefühl haben, dass Schule wieder mehr mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun hat.
![Die Schüler Marisa (l-r), Max und Philip aus der 7b des Neuen Gymnasiums Rüsselsheim (Hessen) arbeiten am 30.01.2013 in einem Klassenraum an ihren Tablet-PC's. Internet-Tafeln und Tablet-PC statt Kreide und Schwamm: An Schulen werden zunehmend elektronische Geräte mit Internetzugang eingesetzt. Im Rahmen eines Projekttags probieren die Schüler in Rüsselsheim den Einsatz der neuen Geräte im Unterricht. Foto: Arne Dedert/dpa [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ] Die Schüler Marisa (l-r), Max und Philip aus der 7b des Neuen Gymnasiums Rüsselsheim (Hessen) arbeiten am 30.01.2013 in einem Klassenraum an ihren Tablet-PC's. Internet-Tafeln und Tablet-PC statt Kreide und Schwamm: An Schulen werden zunehmend elektronische Geräte mit Internetzugang eingesetzt. Im Rahmen eines Projekttags probieren die Schüler in Rüsselsheim den Einsatz der neuen Geräte im Unterricht. Foto: Arne Dedert/dpa [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/206535357/206535357_1461862481_v16_9_1200.jpeg)

