Bei ihnen wurden der Verbrauch und damit der CO2-Ausstoß zu gering angegeben. Das kostet nicht nur weitere Milliarden, sondern zerstört erneut Vertrauen bei den VW-Kunden. Ein echter GAU für den Autobauer und vor allem für seine Mitarbeiter.

Dennoch kann VW zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgeworfen werden, eine Salamitaktik zu verfolgen, schlechte Nachrichten häppchenweise zu veröffentlichen. Die nun eingeräumten Unregelmäßigkeiten sind laut Konzern das Ergebnis der laufenden Ermittlungen. Die wurden nach Bekanntwerden der Manipulationen angesetzt. Das heißt: Es kann noch mehr kommen. Dabei muss sich VW seinem neu formulierten Leitbild der Transparenz treu bleiben. Alle belastbaren Informationen müssen zeitnah veröffentlicht werden. Sonst verspielt der Autobauer nicht nur weiteres Vertrauen der Kunden, sondern auch seiner Mitarbeiter.

Dieses Prinzip der Transparenz muss ganz besonders auch für einen weiteren neuen Aspekt des Skandals gelten: die jüngsten Vorwürfe der US-Umweltbehörde EPA. Sie bemängelt nicht nur einen weiteren Motoren-Typ aus dem VW-Konzern. Diese Maschine, die in VW-, Audi-, und Porsche-Modellen eingebaut wird, wurde zudem von der VW-Premiumtochter Audi entwickelt und wird von ihr gefertigt. Lassen sich die Vorwürfe aus den USA nicht widerlegen, dann wäre mit Audi eine zweite VW-Konzernmarke aktiv am Abgas-Skandal beteiligt. Das wäre ein Hinweis dafür, dass die Manipulationen nicht das Werk Einzelner wären, wie VW bisher betont hat. Und es wäre ein Hinweis, dass damit der Betrug im Konzern System gehabt haben könnten.

Bislang steht Aussage gegen Aussage. VW weist die Vorwürfe aus den USA bestimmt zurück. Im Sinne der Mitarbeiter und des Ansehens der deutschen Autoindustrie kann nur gehofft werden, dass dieses Selbstbewusstsein mit Fakten untermauert ist. Nur dann wären die neuen Vorwürfe haltlos und nur dann könnte der Neuanfang bei VW gestartet werden. Daher muss der Autobauer diese Fakten so schnell wie möglich auf den Tisch legen.