Kommentar

Cannabis ist eine Droge

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Christine Richter

Michael Müller warnt vor einer Freigabe von Cannabis. Endlich traut sich das ein führender Sozialdemokrat, meint Christine Richter.

Endlich: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich getraut, seine Meinung zur Freigabe von Cannabis zu sagen. Er sehe es kritisch, ob das der richtige Weg sei, sagte Müller bei einer Diskussionsveranstaltung in Berlin – und verwies auf sein Umfeld, wo Cannabis als Einstiegsdroge zu einem Leben als Drogenabhängiger führte. Endlich, möchte man sagen, hat ein führender Sozialdemokrat den Mut, sich zu positionieren und vor der Freigabe von Cannabis zu warnen.

Denn auch wenn es gerade zum politischen Mainstream gehört, sich für die Legalisierung einzusetzen, es bleibt eine Tatsache: Cannabis ist nicht so gefährlich wie Crystal Meth oder Heroin, aber es ist auch ein Rauschmittel, das der Psyche und dem Körper schadet, vor allem bei dauerhaftem Konsum, das den Weg in die Drogenabhängigkeit öffnet. Gerade bei Jugendlichen ist der Cannabis-Konsum gefährlich, denn längst haben Ärzte und Wissenschaftler nachgewiesen, dass es zu psychischen Langzeitschäden kommen kann.

Nur 39 Prozent der Bürger für eine Legalisierung

Viele Befürworter der Legalisierung argumentieren, dass Cannabis ja nicht für Jugendliche freigegeben werden solle, dass man auch heute schon allzu leicht die Droge – siehe Görlitzer Park – erwerben könne, dass es Bagatelldelikte seien und die Polizei doch ganz andere Aufgaben habe. Das mag sein: Aber auch im Straßenverkehr werden viel zu oft rote Ampeln missachtet, gefährden Autofahrer, wenn sie betrunken unterwegs sind, das Leben anderer. Hier fordert zu Recht keiner, dass man auf die Strafverfolgung verzichtet.

Die Berliner CDU hat sich schon klar gegen die Freigabe von Cannabis positioniert – und weiß nach der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa die Mehrheit der Berliner hinter sich. Nur 39 Prozent der Bürger sind demnach für eine Legalisierung. Auch bei den Parteianhängern ist die Meinung eindeutig: 75 Prozent der CDU- und 70 Prozent der SPD-Wähler lehnen die Cannabis-Freigabe ab. Klarer kann ein Votum kaum ausfallen.

Für politische Entscheidungen, nur weil sie zum Zeitgeist passen, eignet sich Cannabis jedenfalls nicht. Es ist und bleibt eine Droge.