Es ist eine bemerkenswerte Nachricht am Internationalen Familientag: Weniger als die Hälfte (49,1 Prozent) der Bevölkerung in Deutschland lebte 2011 in Familien.
Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Vor 15 Jahren lag dieser Anteil noch deutlich höher, nämlich bei 57 Prozent. Damit liegt der Wert zum zweiten Mal nach 2010 (49,6 Prozent) unter der 50-Prozent-Marke. 2009 lebten bis dato zum letzten Mal mehr Menschen in Familien (50,1 Prozent) als außerhalb.
Als Familienmitglieder im Sinne der Erhebung gelten hier Mütter und Väter – darunter auch Stief-, Pflege- oder Adoptiveltern – sowie die mit ihnen im Haushalt lebenden minderjährigen oder volljährigen Kinder. Die Zahlen beruhen auf dem Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa.
Viele Ursachen für Familienschwund
Den Rückgang führen die Statistiker auf ein breites Bündel von Ursachen zurück, wie eine Sprecherin auf Anfrage erläuterte. So hat die Zahl der Singles in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, zugleich gibt es immer mehr alte Menschen, die allein leben.
Auch spiegelt die Statistik, dass die Zahl der klassischen Familien mit Vater, Mutter und mindestens zwei Kindern sukzessive zurückgeht, während es eine deutliche Zunahme bei den Alleinerziehenden gibt. Schließlich spielt auch eine Rolle, dass in Deutschland immer weniger kinderreiche Familien leben.
Im Süden sind die Familien zuhause
Familienmenschen leben der Statistik zufolge am häufigsten im Süden der Bundesrepublik: In Baden-Württemberg und Bayern lebten im Jahr 2011 jeweils 53 Prozent der Bevölkerung in Familien. Danach folgten Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit jeweils 51 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil der Menschen, die im Familienkreis lebten, in Berlin (40 Prozent) sowie in Bremen und Sachsen (jeweils 41 Prozent).
Besonders deutlich wird der Wandel in den ostdeutschen Bundesländern: Lebten beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern 1996 noch 63 Prozent aller Bürger in Familien, waren es 2011 nur noch 42 Prozent. Ähnliche Zahlen gelten für Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier dürfte der entscheidende Faktor die im Osten bereits besonders deutlich älter gewordene Bevölkerung sein.
dpa/oje
![Ein Zusatzschild eines Verkehrsschildes zeigt am 18.02.2013 in Berlin eine Familie mit Kinderwagen. Foto: Jens Kalaene/dpa [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ] Ein Zusatzschild eines Verkehrsschildes zeigt am 18.02.2013 in Berlin eine Familie mit Kinderwagen. Foto: Jens Kalaene/dpa [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/116227578/116227578_1423602052_v16_9_1200.jpeg)


