Berlin

So kann jeder sein Eis ganz leicht selber machen

Eis selber zu machen, ist gar nicht so schwer – und Dickmacher müssen es auch nicht werden. Wer sich keine Eismaschine anschaffen will, braucht etwas mehr Zeit und muss öfter rühren.

Natürlich spricht nichts dagegen, sich in der nächsten Eisbar einen soliden Schoko-Vanille-Erdbeerbecher zu gönnen oder, wagemutiger, eine Basilikum-Tomaten-Kreation. Ob Senf, Spargel oder Safran – fast jede Zutat ist schon in Speiseeis verwendet worden. Selbst Bier gibt der einen oder anderen coolen Kugel das gewisse Hopfenaroma.

Was an Inhaltsstoffen – und in welcher Menge – aber wirklich im Eis ist, ist nicht immer klar ersichtlich. Bei der industriellen bzw. gewerblichen Produktion werden häufig auch künstliche Süßstoffe, Bindemittel, Emulgatoren und Stabilisatoren zugefügt. Man muss nicht unbedingt Allergiker oder Diabetiker sein, um das vermeiden zu wollen. Selbstgemachtes ist außerdem kreativer, und wer auf Unmengen Sahne und Zucker verzichtet, muss wegen der Figur auch keine Sorge haben. Nebenbei: Je mehr Zucker im Eis ist, desto weniger fest wird es. Statt mit Sahne lässt es sich auch wunderbar mit Buttermilch und Joghurt experimentieren.

Anfänger mixen besser ohne Eier

Für klassisches Speiseeis sind Milchprodukte und Zucker die wichtigsten Zutaten. Anfänger üben sich besser erst an Rezepten ohne Ei (kann gerinnen). Zusammen mit frischem Obst der Saison sind die Basis-Zutaten zusammen. Am leichtesten arbeitet es sich mit einer Eismaschine. Aber auch ohne erzielt man passable Erfolge, man braucht nur etwas mehr Zeit: Eine Edelstahlschüssel im Gefrierfach kühlen. Angerührte und abgekühlte Eismasse (am schnellsten geht es im eisgekühlten Wasserbad) einfüllen, mit Folie abdecken und eine Stunde ins Gefrierfach (mind. minus 18 Grad Celsius) stellen.

Anschließend die Creme ca. zwei Minuten mit dem Handmixer aufschlagen, glattstreichen und wieder ins Gefrierfach stellen. Das Ganze ca. viermal im Stundentakt wiederholen.

Der Trick mit dem Backpapier

Zum Schluss in eine gekühlte Plastikbox umfüllen und mit Backpapier (verhindert die Bildung von Eiskristallen an der Oberfläche) abdecken. Mindestens vier Stunden gefrieren lassen. Zwei neue Bücher erklären die Grundlagen der Eiszubereitung und stellen klassische, aber auch ungewöhnliche Rezeptideen vor, die mit und ohne Eismaschine leicht umzusetzen sind. Marion Schmid setzt mit „Einfach Eis machen“ auf naturbelassene Zutaten (darunter Schokolade, Ziegenmilch, Tonkabohnen oder Rhabarber). Wer vorm Selbermachen erst kosten möchte, wie die Sorten schmecken, kann das in der „Eisbox“ an der Elberfelder Straße 27 in Moabit testen.

Tonkabohneneis made in Berlin

Die Eismacherin verkauft jetzt in der dritten Saison eiskalte Glücksmacher. „Am gefragtesten ist mein Tonkabohneneis“, erzählt Marion Schmid, „erst dann folgen Klassiker wie Vanille und Schoko.“ Bundesweit führten 2012 Vanille und Schokolade die Hitlisten an (veröffentlicht vom Verband der italienischen Hersteller von Speiseeis), aber immerhin schafften es Latte Macchiato (Platz 6) oder Sahne-Kirsch (Platz 10) unter die Top-Ten. Knapp acht Liter Eis hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr geschleckt.

Das Buch „Eiscreme“ der Schwedin Eliq Maranik überrascht neben Rezepten für Milch- und Sahneeins sowie Sorbets besonders mit Granités und Stieleis. Granités sind in der Konsistenz gröber als Sorbets, sie werden nicht in der Eismaschine zubereitet. Obst, Zucker, Flüssigkeit (Fruchtsaft, Wein, Sekt), ggf. Aromen und Gewürze werden vermengt, gefroren und dabei regelmäßig umgerührt.

Stieleis als leichte Sommer-Alternative

Nicht gerührt werden muss Stieleis. Die Formen werden gern mit aromatisiertem Wasser oder Fruchtsaft befüllt. Aber auch Joghurt-Varianten („Frozen yoghurt“) sind für Stieleis geeignet. Eis am Stiel gibt es bereits seit 90 Jahren. Zumindest ließ sich der Amerikaner Harry B. Burt im Mai 1923 ein an einem Stöckchen gefrorenes Vanilleeis samt Schokoladenüberzug patentieren. Erste Formen von Speiseeis soll es schon im antiken China gegeben haben. Zu den beliebtesten Sorten gehören heute Milch- und Sahneeis. Gerade hier gilt es, besonders sauber zu arbeiten. Milcherzeugnisse sind leicht anfällig für Bakterien, ebenso wie rohe und pürierte Zutaten. Händewaschen, schnelle Verarbeitung und gut gereinigte Werkzeuge sollten selbstverständlich sein.