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Die Fashion Week startet mit Stars und vollem Programm

Am Dienstag eröffnete die Fashion Week offiziell. Viele Schauen finden in diesem Jahr parallel statt. Das sorgt für Unmut.

Berlin Fashion Week: Darum ist die Modewoche jetzt weniger glamourös

Fashion Week Berlin: In diesem Jahr ist vieles anderes: Neue Location, weniger Schauen – und irgendwie auch weniger Glamour, findet Reporterin Johanna Rüdiger.
Di, 16.01.2018, 15.38 Uhr

Berlin Fashion Week: Darum ist die Modewoche jetzt weniger glamourös

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Berlin. Dawid Tomaszewski hatte den Laufsteg im Ewerk an der Wilhelmstraße am Montagabend schon einmal angewärmt. Ganz offiziell ging es mit der Berliner Fashion Week am neuen Ort und unter dem neuen Namen MBFW aber erst am Dienstag los. Den Anfang machte Ivanman mit Frontrow-Gästen wie Rolf Scheider, ehemaliger ,,Germany's next Topmodel"-Juror, und Musiker Henry de Winter.

Auch dabei war Fabian Hart. Der Modeblogger ist vor Kurzem von Hamburg nach Berlin gezogen. ,,Die Stadt ist modisch auf dem richtigen Weg", befand er. Am Ende gab es für Designer Ivan Mandzukic noch Blumen: de Winter überreichte ihm eine Schwertlilie.

Zeitgleich hatte das Magazin "InStyle" in der Bauakademie am Schinkelplatz zu einem "Opening Frühstück" geladen. Kaffee und Häppchen waren dort allerdings Mangelware. Stattdessen präsentierten sich an verschiedenen Ständen Kosmetikfirmen und Designer vor Influencerpublikum. Schauspielerin Anna Maria Mühe tauschte sich mit Kollegin Birthe Wolter aus, "Deutschland sucht den Superstar"-Neujurorin Carolin Niemczyk knabberte an einer Waffel und Sängerin Mandy Grace Capristo ließ sich ein Oberteil mit ihren Initialen bedrucken. "Weiße T-Shirts gehen ja immer", so die Ex-Freundin von Mesut Özil. "So viele andere Teile, die man zu Hause hat, zieht man doch nie an."

Hochschwangere Taschendesignerin Lili Radu hat ein straffes Programm

Mit dabei war auch Taschendesignerin Lili Radu. Obwohl hochschwanger, hat die 36-Jährige auf der Modewoche ein straffes Programm – von Berliner Modesalon über Empfänge bis zur Modemesse Premium. "Hoffentlich schaffe ich es zudem, mir ein paar Modenschauen anzusehen", so die Wahlberlinerin. In sieben Wochen werde dann aber erst einmal ihr Sohn Henri die Hauptrolle in ihrem Leben spielen: "Am meisten freue ich mich auf sein Lachen und darauf, mit ihm viel intensive Zeit zu verbringen."

Die erste Fashion Week nach der Geburt ihres Sohnes ist es hingegen für Lena Hoschek. Im vergangenen Sommer hatte die Österreicherin eine Saison ausgesetzt, weil sie im neunten Monat schwanger war, dieses Mal hatte sie den Kleinen mitgebracht. Ihre Show im Kaufhaus Jandorf sah sie im Juli als Livestream von ihrem Atelier aus – und war entsetzt. "Ich war sonst immer backstage und habe das gar nicht so mitbekommen, aber im Publikum saßen unglaublich viele Leute, die ich niemals eingeladen hätte", so die Designerin. Der Grund: Der ehemalige Veranstalter IMG verfügte über einen Großteil der Einladungen. "Im Anschluss habe ich beschlossen, mich selbstständig zu machen."

Dieses Mal hatte Hoschek zu ihrer Show also ins Große Tropenhaus des Botanischen Gartens geladen. Trotz Traumlocation war die 36-Jährige aber auch dieses Mal nicht richtig glücklich mit der Organisation durch den neuen Veranstalter Nowadays. Bis kurz vor der Fashion Week habe es keinen Schauenplan gegeben, die Stadt habe es im Vorfeld versäumt, alles unter einem Dach zu bündeln. Das Ergebnis: Viele Shows finden parallel statt. Wer am Nachmittag sowohl Lena Hoschek in Dahlem als auch Riani im Ewerk und Anja Gockel im "Adlon" sehen wollte – immerhin drei der etabliertesten Designer der Berliner Fashion Week – hatte in dieser Saison kaum eine Chance, alles unter einen Hut zu bringen.

Barbara Meier und Mina Tander bei exklusiver VIP-Party

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der am Abend die Show von Marc Cain in einem stillgelegten U-Bahn-Tunnel am Potsdamer Platz besuchte, konnte die Kritik nicht recht nachvollziehen. "Wir haben seit Jahren guten Kontakt zu den früheren und aktuellen Veranstaltern. Es passt ja auch zu Berlin, dass sich die Orte der Fashion Week immer weiter entwickeln", so der SPD-Politiker. "Vielleicht muss man das beobachten und in der Zukunft noch einmal auswerten."

Nach der Show von Marc Cain feierten die Gäste, darunter die Schauspieler Veronica Ferres, Clemens Schick und Bettina Zimmermann noch bei Champagner im Berliner Untergrund.

Hinter verschlossenen Türen hatte das Magazin "Grazia" im Hotel "Titanic" zu einem exklusiven Dinner mit VIPs wie Model Barbara Meier und Schauspielerin Mina Tander geladen.

Auch in Feierlaune unterwegs war "Club der roten Bänder"-Darsteller Timur Bartels."Ich bin ein Gelegenheitspartylöwe", so der 22-Jährige. "Aber wenn ich Lust habe, dann richtig! Das geht in Deutschland nur in der Partymetropole Berlin. Es gibt in der riesigen Vielfalt auch jeden Tag irgendwo eine unvergessliche Party!"

Bei der Fashion Week ist das in diesem Jahr allerdings schwieriger als sonst. In der Vergangenheit traditionelle Events wie die "Vogue Fashion Night" im "Borchardt" finden bei dieser Ausgabe der Modewoche nicht statt.

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