Detox-Kochschule

Küche der Hollywoodstars gibt es jetzt auch in Berlin

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Nora Schmidt

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Hollywood-Trend in Treptow: Zwei Berlinerinnen eröffnen die erste Detox-Kochschule in Berlin – eine gesundheitsbewusste Ernährung, deren Hauptbestandteil Pflanzen in ihrer Urform sind.

Die Tafel ist feierlich gedeckt. Eine Schale mit Vogelmiere und ein Krug mit einer grünen Flüssigkeit stehen darauf, um den Tisch herum die Stühle, die Jana Plewa und Ela Papen selbst aus Frankreich hier an den Treptower Park gefahren haben. „Wir haben hier alles selbst gemacht“, sagt Jana Plewa, „unser Budget war sehr begrenzt. Aber wir waren überzeugt von unser Idee.“

Die beiden Berlinerinnen haben vor Kurzem den „Botanischen Salon“ eröffnet, eine „Kochschule für Detox und Wohlbefinden“. Detox ist eine gesundheitsbewusste Ernährung, deren Hauptbestandteil Pflanzen in ihrer Urform sind. Ein Trend, der von den USA nun auch nach Deutschland kommt. Wichtiger Bestandteil des grünen Entgiftungsprogramms ist dabei ein Drink, der meist aus Spinat oder Salat, Sellerie und einigen Früchten besteht: der grüne Smoothie. In Hollywood schon lange gefragt. Stars wie Jennifer Garner, Anne Hathaway, Sienna Miller und Gwyneth Paltrow sind bekennende Detox- und Smoothie-Fans.

Affen waren es, die die Hausfrau Victoria Boutenko einst dazu brachten, den grünen Smoothie zu entwickeln. Die Krankheiten ihrer Familie hatten Boutenko damals dazu bewogen, die Ernährung umzustellen, nachdem Ärzte und ihre Behandlungsvorschläge der Familie nicht helfen konnten. Im Rahmen ihrer Beschäftigung mit Rohkost machte Boutenko die Beobachtung, dass Schimpansen keinerlei Zivilisationskrankheiten haben und über ein starkes Abwehrsystem verfügen. Affen ernähren sich hauptsächlich von Früchten und grünen Blättern. In letzteren steckt vor allem Chlorophyll: ein Farbstoff, der die Darmflora positiv beeinflusst, blutbildend wirkt und sogar vor Krebs schützen kann.

Kochkurs-Thema: Wirkung der Pflanzen auf den Organismus

Für Boutenko war die Ernährungsumstellung und der Einsatz grüner Smoothies der Schlüssel zur Gesundheit ihrer Familie. Genau wie bei Boutenko führte auch bei Papen und Plewa vom „Botanischen Salon“ eine Krankengeschichte zur Ernährungsumstellung: Die gebürtige Berlinerin Plewa litt jahrelang unter starker Migräne und erlitt durch dauerhafte Medikation gegen die Schmerzen eine Schädigung der Nieren. Als sie sich dazu entschied, auf industriell gefertigte Lebensmittel zu verzichten und sich stattdessen überwiegend von Pflanzen und Früchten zu ernähren, verschwanden mit der Zeit nicht nur ihre Kopfschmerzen.

Es wuchs auch der Wunsch, das Wissen, das sie sich angeeignet hatte, mit anderen Menschen zu teilen. „Es ist eigentlich so einfach. Krankheiten sind meist ein Hilfeschrei des Körpers, er verlangt nach etwas ganz Bestimmtem“, sagt Plewa. „Bekommt er das nicht, wird er krank. Dem kann man mit ganz einfachen Mitteln entgegenwirken. Wenn ich jetzt mal krank bin, weiß ich, welche Pflanze oder Frucht ich essen muss, damit es mir wieder gut geht.“ In ihrer Kochschule wollen die beiden Berlinerinnen einen Einblick geben, die Wirkung der Pflanzen auf den Organismus ihren Gästen in Kochkursen und Coachings zeigen, sowie sich Stimmung und Wohlbefinden über die Ernährung beeinflussen lassen.

Der grüne Smoothie ist dabei ein fester Posten auf dem Speiseplan – das in dem Drink enthaltene Chlorophyll sei ein „wahres Wundermittel“ sagen die Frauen. Der Bereich Rohkost, Detox, vegane Küche, Wildkräuter wird momentan stark nachgefragt. „Auf dem Gebiet wird unglaublich viel passieren in nächster Zeit“, prophezeit Plewa. „Die Menschen verlangen Alternativen zu den ganzen ungesunden, industriell gefertigten Lebensmitteln.“

Der nächste Kochkurs startet Ende April

Auch Modedesignerin Nanna Kuckuck mit ihrem Geschäft an der Bleibtreustraße meint: „Das Thema wird immer präsenter. Nach den ganzen Lebensmittelskandalen muss man da einfach umdenken.“ Restaurants mit veganer oder Rohkost-Küche gibt es längst in Berlin. Das „La Mano Verde“ von Jean-Christian Jury in Charlottenburg arbeitet ausschließlich mit veganen Rohkostprodukten, es gibt einen Lieferservice für Rohkost-Fans und Smoothies tauchen seit Beginn auf der Speisekarte auf.

„Wir würden uns wünschen, dass eines Tages all diese tollen Kräuter und frischen Produkte in jedem Supermarkt zu haben sind“, sagt Plewa, „dass es Kräuterwiesen in Berlin gibt, wo sich jeder bedienen kann.“ Aus dem Treptower Park gegenüber stammen die Zutaten, die bei den Kochkursen der beiden zum Einsatz kommen, aber nicht. Der nächste Kurs ist für Ende April geplant. Ein idealer Termin für eine Entgiftungskur. Der Mai macht ja bekanntlich alles neu.