Ziemlich zufrieden steht er da. Auf der Terrasse des Haupthauses, dem „zentralen Sonnendeck“, wie er sagt, die Aktentasche zwischen Arm und Lederjacke geklemmt, die Hände in den Hosentaschen. „Da gibt es Auslauf ohne Ende“, sagt Cornelius Riehm und deutet mit einem Kopfnicken Richtung Baumbestand hinter Wiesen, Pool und Rohbau-Hütten. „20.000 Quadratmeter Grundstück, 8000 davon Nutzfläche.“ Für Außenpool, Innenbecken, Schockwassertherapie, Sauna-Dorf, Kneipp, Fitness, Ruheräume, Restaurant. „Und das mitten in der Großstadt“, sagt Cornelius Riehm.
700 Meter vom Hauptbahnhof entfernt entsteht seit sechs Monaten die „Vabali Premium Spa“-Landschaft, mitten in Berlin. Vor fünf Jahren haben die Investoren Markus und Stephan Theune das Gelände an der Seydlitzstraße 6, südlich des Fritz-Schloss-Parks, gekauft. In drei Monaten soll die privat finanzierte Wellness-Anlage eröffnen. „Wir peilen April an“, sagt Cornelius Riehm, Geschäftsführer des Hauses. Das Theune Spa Management betreibt bereits das Liquidrom in Kreuzberg sowie vier weitere Wellnesshäuser in Deutschland, wie Claudius-Therme und Neptunbad in Köln. Insgesamt 500 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, über 30 Millionen Euro Jahresumsatz wird erwirtschaftet. Vor einem Jahr haben sie Cornelius Riehm eingesetzt. Der 37-Jährige arbeitete zuvor als Prokurist ihrer Bäder in Köln und beteiligt sich nun an Entstehung, Richtfest im vergangenen August – und Promotion des Hauses.
„Wir holen den Gast vorne ab“, sagt Cornelius Riehm und beginnt seinen Rundgang über das Baugelände am Parkplatz neben dem ehemaligen Bad des Poststadions. Das da noch steht. „Wir haben Vabali einfach in das ehemalige Außenbecken und -gelände gebaut“, sagt Cornelius Riehm. Weiter geht es an den ersten, noch grau verputzten Häusern entlang, ein 80 Meter langer „Laubengang mit Riesentheke unter balinesischen Lampen“ soll laut Riehm dort entstehen. Nach diversen Betonwänden („hier hängt dann ein Holzschnitz“), Rohbauräumen („Massagebereich, Duschräume, Day-Spa-Suiten“) und dem späteren Restaurantbereich im Erdgeschoss („vernünftige Qualität, Service am Tisch“) führt Riehm zum angedachten „Kaminzimmer“. Vor der Türlücke im Beton liegt ein Haufen rostbrauner Ziegel in Drachenform. „Fürstziegel“, sagt Cornelius Riehm, „die kommen auf die Dächer draußen – und frisch von Bali.“
Pfeiler, Ziegel, Böden und Kerzen aus Bali
Für den Bau des Resorts wurden 20 Millionen Euro investiert. Architekt Jakob Post aus Kaarst hat – wie schon zuvor bei den anderen Anlagen der Theunes – entworfen und geplant. Holzpfeiler, Wandbilder, Lampen, Dachziegel, Bambusböden, Originaltüren, sogar Kerzen wurden in 35 Frachtcontainern aus Bali angeschifft. Dazu kommt die Ausstattung mit 60 Wasserbetten, über 500 Liegen sowie einem 2000 Quadratmeter großem Fitnessbereich. Ein „balinesischer Premium Hideaway“, wie es auf der Webseite heißt. Die auch sonst nicht mit Superlativen wie „Geräte der neuesten Generation“ oder „eins der schönsten Wellness-Paradiese Europas“ spart. „Berlin ist eine sehr schnelllebige Stadt, so etwas zum Entspannen fehlt ihr noch“, sagt Cornelius Riehm.
Die Liste der Spa-Möglichkeiten in Berlin ist durchaus lang. Neben Liquidrom bieten „Hamam in der Schokofabrik“, „Centrovital Spa“, „Tranxx Floating- und Massagewelt“ sowie diverse Hotel-Spas von „Guerlain Spa“ („Waldorf Astoria Berlin“), über „Adlon Spa“ bis zum „Club Olympus Spa & Fitness“ im „Grand Hyatt Berlin“ Entspannung. „Es ist vor allem die Lage, die uns auszeichnet“, sagt Cornelius Riehm.
Mitgliedschaften ab 20 Euro pro Woche
Nach einer halben Stunde ist er am Ende seines Rundganges angekommen. Im ersten Raum nach dem Laubengang, der „zentralen Verteilerstelle“, wie er ihn nennt. Hier sollen Mitglieder die Treppen zu ihren Umkleiden nach oben gehen, die Tagesbesucher nach links zu den ihren. Zwei oder vier Stunden für 18,50 Euro bis 20,50 Euro und 23,50 bis 25,50 Euro beziehungsweise eine Tageskarte à 28,50 Euro und 30,50 Euro sind bereits jetzt zu kaufen, die Mitgliedschaften sollen ab 20 Euro pro Woche „plus Servicegebühr“ abzuschließen und bald erhältlich sein.
„Für diese Dimension hier sind das gute Preise“, sagt Riehm. Optimistisch stimmen ihn ein volles Postfach an Bewerbungen und Ticketwünschen sowie 6500 Facebook-Fans nach drei Wochen Werbung. „Obwohl: Heute dürften es schon 7000 sein“, sagt Cornelius Riehm, ziemlich zufrieden.



