Halloween

Kürbis – lecker, aber ganz schön schwer zu knacken

Der Kürbis war noch nie so beliebt wie heute. Kaum ein Gemüse ist so vielseitig wie diese große Panzerbeere. Er schmeckt gebacken, püriert oder gekocht, lässt sich mit Ingwer genauso gut wie mit Likör würzen und hält sich lange. Nur: Welche Sorte eignet sich für welches Gericht? Eine kleine Kürbiskunde.

Wenn es Ende Oktober dunkel wird in deutschen Siedlungen, grinsen sie. Zahnlos leuchten die Schnitzgesichter dann von Treppenabsätzen und Terrassen, und für kurze Zeit ist es völlig egal, ob man sich in Berlin-Nikolassee, München-Neuhausen oder Madison, Wisconsin, befindet. Und auch wenn sich an den Kürbisgesichtern die Geister scheiden – Halloween ist mittlerweile überall.

Und seit es Zierkürbisse auch beim Discounter gibt, bemühen sich nicht nur Floristen damit um Herbststimmung, sondern fast jeder dekoriert damit seine Wohnung. Kürbisse sind im Herbst das, was in der Adventszeit die Lichterketten sind: In Maßen schön, aber manche übertreiben es ein bisschen. Allerdings gibt es einen Ort, an dem sich Kürbisse in jedem Fall sehr gut machen: Im Kochtopf.

Dass der Kürbis heute ein regelrechtes Comeback erlebt, liegt nicht nur an Halloween, sondern auch an der immer größer werdenden Sortenvielfalt und der beeindruckenden Vielseitigkeit des Kürbisses. Damit ist er genau das Richtige für alle, die öfter mal etwas uninspiriert vor dem Gemüseregal stehen. Denn hat man ihn erst zu Hause, lässt er sich braten, grillen, dünsten, kochen, einlegen oder pürieren. Und er schmeckt süß (etwa mit Zimt oder Likör) genauso gut wie pikant (zum Beispiel gewürzt mit Ingwer, Chili oder Curry).

Als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt ernährt der Kürbis die Menschen schon seit Jahrtausenden. Mit der Entdeckung Amerikas kam er dann nach Europa. Auch heute noch werden die meisten Kürbisse in Süd- und Mittelamerika und im Süden Nordamerikas angebaut, außerdem exportieren Australien und Japan eine Menge der großen, runden „Panzerbeeren“. Ob man einen Kürbis essen kann, entscheidet sein Gehalt am Bitterstoff Cucurbitacin. Dass sie immer beliebter werden, liegt sicher auch an ihrem guten Nährwert. Ihr Fruchtfleisch besteht zu 93 Prozent aus Wasser, ist aber reich an Vitamin A, C und E und stärkt außerdem, dank der enthaltenen Kieselsäure, das Bindegewebe.

Der Praktische für Suppen:

Hokkaido

Den meisten gut bekannt aus dem Supermarkt, ist der Hokkaido der gängigste unter den Kürbissen, was vor allem daran liegt, dass er sich so schnell und einfach verarbeiten lässt. Hat man es einmal geschafft, ihn in Stücke zu schneiden (dazu braucht man Kraft und ein besonders scharfes, großes Messer), muss er nicht mehr geschält werden, die Schale wird durch das Kochen weich und kann mitgegessen werden. Mit einem Pürierstab kann man ihn dann sehr schnell zu Kürbissuppe verarbeiten.

Der Duftige im Ofen:

Moschus-Kürbis

Dieser Kürbis, der auch Birnen-Kürbis genannt wird, strömt einen leichten Moschus-Duft aus und ist an seiner Bereifung, einer dünnen Wachsschicht erkennbar. Ansonsten sehen die Früchte sehr unterschiedlich aus, sind meist orangerot und flach, können aber auch grün, gelb, weiß oder braun sein. Wie alle Winterkürbisse ist auch der Moschus-Kürbis sehr lange haltbar, an einem gut belüfteten Ort bei Temperaturen von 12 bis 17 Grad mindestens acht Monate. Sein feines Aroma kommt durch Garen im Ofen besonders gut zur Geltung.

Der Würzige für Marmelade:

Garten-Kürbis

Ideal zum Marmeladekochen oder als Basis einer gehaltvollen Suppe ist dieser große, dickfleischige Kürbis, der allerdings auch eine sehr harte Schale besitzt. Um ihn zu knacken, sollte man nicht davor zurückschrecken, ihn einfach aus einem Meter Höhe auf den Boden fallen zu lassen, so bekommt er Risse und lässt sich öffnen. Dann lässt sich das gelbe bis dunkel orangefarbene, leicht faserige Fruchtfleisch leicht weiterverarbeiten. Es hat einen intensiven, würzigen, leicht süßlichen Geschmack.

Der Süße im Salat:

Feigenblatt-Kürbis

Diesen Kürbis, der in allen Gebirgslagen Südamerikas angebaut wird, erkennt man an seiner grün-weiß marmorierten Oberfläche. Sein Fruchtfleisch ist weiß und sehr faserig – darum nennt man die Marmelade, die man daraus kochen kann auch „Engelshaar-Konfitüre“. Außerdem eignet sich das Fleisch dieser Kürbisse gut für Fruchtsalat, als Konfekt, Salatbeilage, kann aber auch gedünstet (zum Beispiel mit Curry) gegessen werden. In Mexiko werden auch junge Sprosse und die Blüten als Gemüse verwendet.

Der Größte als Kuchen:

Riesen-Kürbis

Zu Halloween werden besonders diese größten aller Kürbisse ausgehöhlt. Mehrere 100 Kilo schwer können die ovalen, meist orangefarbenen Früchte werden, deren Wildform in Argentinien und Uruguay beheimatet ist. Das Fruchtfleisch des Riesenkürbisses lässt sich gut zu Kuchen verarbeiten, aufgrund seiner Faserarmut wird es auch für die Herstellung von Babybrei verwendet. Püriert und gewürzt mit Ingwer, Knoblauch und Chili schmeckt er aber natürlich auch Erwachsenen gut.