Deutsch, also Buchstabe für Buchstabe ausgesprochen, hört sich der Begriff an wie eine exotische Spezialität aus dem Chinarestaurant. Oder wie ein asiatischer Städtename. Doch mit beiden hat er eher wenig zu tun. Glamping ist aus den - zwar englischen, aber durchaus international gebräuchlichen - Wörtern "glamourous" und "camping" zusammengesetzt und steht für die Kombination aus Luxus und Camping. Ein Widerspruch? Keineswegs. Auch wenn im Zelt geschlafen wird und die Nähe zur Natur eine wichtige Rolle spielt, enden hier bereits die Gemeinsamkeiten solcher Luxuscamps mit einem Pfadfinderlager samt Isomatten und Gemeinschaftsduschen.

Die Zweimannzelte des nur von Oktober bis April geöffneten Camps "Aman-i-Khás" im indischen Bundesstaat Rajasthan sind sechs Meter hoch, über 100 Quadratmeter groß und natürlich klimatisiert, es gibt ein Ankleide- und ein Schlafzimmer mit Kingsize-Bett und zwei Schreibtischen, ein Bad mit Wanne. Komplettiert wird das Camp am Rande des Nationalparks Ranthambhore durch ein "Dining"-, ein "Lounge"- und ein "Spa"-Zelt - so muss der Gast auf keine der Annehmlichkeiten eines Fünfsternehotels verzichten. Die Gebühren auf diesem Luxuscampingplatz: ab 560 Euro pro Nacht und Zelt. Auch Hollywood-Stars suchen bisweilen die Nähe zur Natur: So zog es beispielsweise Charlize Theron ins kleine (höchstens acht Gäste), feine "Boulders Camp" in Namibias NamibRand-Naturreservat.

Doch um zum Glamper zu werden, muss man nicht unbedingt weit reisen - die richtige Ausrüstung reicht. Die britische Kaufhauskette Marks & Spencer interpretierte das Wort "glamourous" recht frei und brachte vergangenes Jahr eine "Glamping Collection" auf den Markt: ein Zelt mit pink-blau-weißem Blumenmuster samt farblich passendem Grill - und Fächer. Flowerpower auf dem Zeltplatz.

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NZ