Royal Ascot ist nicht nur das berühmteste Pferderennen der Welt. Es ist gleichzeitig das wichtigste Ereignis der britischen Gartensaison. Und dabei sind Pferde, Gärten oder Ruderrennen traditionell Nebensache – es geht in erster Linie um das Outfit. In Ascot wetteifern die Damen der vornehmen britischen Gesellschaft allerdings nicht nur um das eleganteste Sommerkleid; hier gewinnt, wer die verrückteste Kopfbedeckung über den englischen Rasen bugsiert.

Obwohl das Rennen erst seit Dienstag läuft, waren auch in diesem Jahr schon einige preisverdächtige Kandidatinnen am Rand der Rennstrecke zu beobachten: sie präsentierten wagenradgroße Modelle in schrillem Pink, verziert mit Rosen, Erdbeertörtchen oder Haribo-Lakritze. Noch mehr Kreativität ist bei den Damen am Mittwoch zu erwarten, beim traditionellen "Ladies Day".

Seit dem Jahr 1711 gibt es Royal Ascot, seitdem läuft der Wettstreit um den ausgefallensten Hut; in diesem Jahr haben die Damen noch bis Samstag Zeit, die Konkurrenz mit Größe, Farbe und Verzierung aus dem Feld zu schlagen. Dabei findet der Wettbewerb seit einiger Zeit unter verschärften Bedingungen statt: Seit Queen Elizabeth II. einen Dresscode eingeführt hat, sind Miniröcke, bauchfreie Tops, Kleider mit Spaghettiträgern, Schals und lediglich ins Haar gesteckter Federschmuck verboten – Hut ist dagegen Pflicht, und zwar nicht nur für Damen, sondern auch für deren männliche Begleitung. Überhaupt gelten für die Herren strenge Regeln: Der Anzug muss schwarz sein oder grau, dazu gehören Weste und Zylinder.

Wie jedes Jahr schauten auch Prinz Charles, Camilla und die pferdeverrückte Queen schon vorbei – selbstverständlich beteiligten sich auch die royalen Damen mit ihren Kopfbedeckungen am jährlichen Mode-Turnier. Der wichtigste Tag kommt allerdings noch: Am Donnerstag laufen die edlen Rösser in Ascot um den Golden Cup, den Hauptpreis des Rennens. Spätestens dann wird auch der jährliche Hut-Wettbewerb von Royal Ascot entschieden sein.

lha