"Die beliebteste Lösung für Übernachtungsgäste ist immer noch das Schlafsofa", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Waren die Schlafsofas mit Ausziehmechanismus früher meistens ziemlich kompliziert zu bedienen, klappt man bei neueren Modellen einfach die Rücken- und Armlehnen um und hat im Handumdrehen ein breites Doppelbett. "Die Sofas haben jetzt eine versteckte Technik – die ist einfach zu bedienen, und man sieht dem Sofa nicht mehr an, dass man auch darauf schlafen kann", so Geismann.
Und auch die Optik hat sich geändert: Alte Schlafsofas wirkten oft plump. Möbelkäufer mussten sich zwischen einer praktischen oder einen schicken Couch entscheiden. Inzwischen wird jedoch auch bei den Kombi-Sofas immer mehr Wert auf Design gelegt.
Schwenken, Klappen, Ausziehen
Multifunktionale Polstermöbel liegen im Trend. Auf den Messen zeigen selbst Hersteller aus dem gehobenen Bereich wie Cor oder Brühl ihre Schwenk-, Klapp- oder Ausziehideen. Die Schlafsofas dieser Firmen haben nach Ansicht des Designers Bernd Polster aus Bonn "nichts mehr mit Opas Auszieh-Couch" zu tun. Auch der Hersteller «innovation» aus Dänemark bietet nach Angaben von Ursula Geismann eine immense Auswahl an Schlafsofas an.
Von einer "Wiederentdeckung des Vielzweck-Sofas" spricht Polster. "Eine Couch, die nichts kann, will man nicht mehr", sagt Geismann. Dieser Trend spiegelt sich in den Möbelhäusern wieder: Gab es früher gerade einmal drei oder vier Multifunktions-Modelle, bieten die Hersteller jetzt eine große Auswahl an Schlaf-Couches an.
Auch die Qualität hat sich merklich verbessert. Eine Nacht auf der Couch hat nicht mehr unbedingt den Gang zum Orthopäden zur Folge. Wer ein Schlafsofa für den tagtäglichen Gebrauch sucht, sollte aber ganz besonders auf die Qualität der Matratze achten, raten die Möbel-Experten. Viele Hersteller bieten ihre Schlafsofas wahlweise mit einer Schaum- oder einer Federkernmatratze an. Zudem haben einige Modelle einen abziehbaren Bezug zum Waschen. Preislich unterscheiden sich die Schlafsofas kaum noch von "normalen" Sitzmöbeln.
Eine Alternative zu Schlafsofas sind die derzeit angesagten XXL-Sofas. Diese Polstermöbel in Übergröße bieten eine derart breite Sitzfläche, dass mindestens eine Person auch darauf schlafen kann. Der Vorteil der Riesen-Couches: Sie laden tagtäglich ganz ohne Ausklappen zum Lümmeln ein.
Eine weitere Variante zur Gäste-Unterbringung ist ein Bett, das mit Tagesdecke und großen Kissen tagsüber Sitzfläche bietet. Auch Klappmatratzen sind eine Platz sparende Schlaflösung. "Die etwa 70 Zentimeter breiten Matratzen lassen sich zu einem Würfel zusammenklappen. Mit einer Husse drüber und einem Tablett oben drauf hat man ganz schnell eine Ablage. Der Würfel wird so zum Tisch", sagt die Innenarchitektin Constanze Schuchmann aus München. Und für ganz kleine Wohnungen bleibt die aufblasbare Gäste-Matratze. Die ist zwar nicht so bequem wie ein Schlafsofa. Dafür braucht sie aber auch nur minimalen Stauraum.
Spezielle Lösungen sind so genannte Schrankbetten, wie sie beispielsweise die nordrhein-westfälische Firma Nehl herstellt. Die Betten mit Lattenrost und Matratze verstecken sich in der Schrankwand und werden bei Bedarf herunter geklappt. Eine weitere Schlafmöglichkeit bietet das "Stapelbett". Es besteht nur aus einem etwa 90 Zentimeter breiten Kastenrahmen mit einem Lattenrost und einer Matratze. Wer häufig viele Übernachtungsgäste auf einmal hat, kann gleich mehrere dieser Betten übereinander stapeln.
dpa/str


