Nach 69 Tagen erblickten die chilenischen Kumpel wieder das Licht der Welt – und die Zuschauer an den Fernsehern konnten sich fragen, ob die Männer überhaupt etwas davon sehen konnten. Denn alle 33 Bergleute tauchten aus der Tiefe mit schwarzen Sonnenbrillen auf. Mit Brillen wie gläserne Scheuklappen, gestiftet von der kalifornischen Sonnenbrillen-Firma Oakley.
„Natürlich sieht man dadurch“, klärt der für Europa zuständige Oakley-Sprecher Christian Schramm auf. „Das sind unsere Sportbrillen, Modell Radar. Die waren halt wegen der Form besonders gut geeignet.“ Durchgehende Linse, ganz eng am Kopf anliegend, voll verspiegelt – damit sollten die empfindlichen Bergarbeiteraugen besonders geschützt werden. Die Brille filtert nach Angaben des Unternehmens sämtliche UVA, UVB und UVC Strahlen.
Sprecher Schramm legt Wert auf die Feststellung, dass man sich den Bergabeitern nicht aufgedrängt habe und keinesfalls von ihrem Unglück profitieren wollte. „Uns hat ein chilenischer Journalist um die Brillen gebeten“, sagt er. „Wir haben auch keine Pressemitteilung zum Thema herausgegeben.“ Auf Nachfrage schickt er allerdings gerne ein vorbereitetes Schreiben zum Thema mit vielen technischen Details zum Produkt "Oakley Radar® with Black Iridium®". Natürlich hat die Firma nichts dagegen, dass sich nun Dutzende Journalisten nach den Gläsern erkundigen. Und Millionen Menschen die Brillen auf den Nasen der Bergleute sahen. „Wir merken in den Läden schon ein Informationsbedürfnis“, sagt Schramm.
Im Berliner Oakley O-Store hat man davon allerdings noch nicht so viel gespürt. „Nein, da hat bisher keiner gefragt“, meint eine Mitarbeiterin. Das Modell Radar, so wie es die chilenischen Kumpels vorgeführt haben, soll für 209 Euro zu haben sein. „Das ist eine typische Radfahrerbrille“, sagt sie. Vielleicht dauert es ja noch ein paar Tage bis die Leute den Laden stürmen. Und nach einer typischen Bergmannbrille fragen.
dpa/lk/fas




