Einer der Vorreiter der Molekular-Küche, Ferran Adrià, hat den Streit über die Verwendung chemischer Produkte in seinen Speisen als „Nonsens“ bezeichnet. Chemie sei bereits seit langer Zeit Teil der Sterneküche, sagte der Spanier in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung „El Mundo“.
Selbst hochwertiges Speiseeis enthalte Stabilisatoren, damit es nicht kristallisiere. In Schokolade sei stets Lecithin und Japan verwende seit Jahrhunderten die Alge Agar-Agar als Geliermittel, fuhr der Spanier fort, dessen Restaurant „El Bulli“ bei Barcelona mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde.
Der ebenfalls spanische Sternekoch Santi Santamaría hatte Adrià vorgeworfen, er fülle seine Teller mit „Geliermitteln und Emulgatoren aus dem Labor“, die ein „Problem für die Volksgesundheit“ seien. Diese Kritik hatte eine heftige Debatte unter den spanischen Chefköchen ausgelöst. „Wir müssen alle unsere Freiheit haben“, sagte Adriá der Zeitung.
Eine Debatte zwischen traditioneller und avantgardistischer Küche sei künstlich heraufbeschworen. Alle, die zur Avantgarde gehörten, hätten ihre Wurzeln im Traditionellen.
DPA





