Die Verlage sind auf den Hund gekommen: Sowohl der Christian-Verlag als auch die Collection Rolf Heyne haben just Bücher zum Thema veröffentlicht. Die Bildbände zeigen, dass Tiere auch ansprechend fotografiert werden können.

Ansonsten sind die Bücher aber grundverschieden. "Dogs-à-porter - Taschenhunde/Hundetaschen" (Christian-Verlag) widmet sich Kleinsthunden in Handtaschenformat - den Begleitern vieler Stars. Das Buch zeigt Promis wie Paris Hilton, Madonna und Micky Rourke, wie sie ihre Tiere durchs Leben tragen. Es spiegelt einen Trend, der in den Metropolen von New York über München bis nach Moskau zu beobachten ist - und nach Ansicht von Trendexperten allmählich zu Ende geht . Da dient das Buch vielleicht Chihuahua- und Mopsfans bald als selige Erinnerung an die guten alten Zeiten.

Im Heyne-Fotoband "HundeAugenBlicke" dagegen sind ganz allein die Hunde die Stars. Die Fotografin Ruth Marcus porträtiert sie wie historische Persönlichkeiten, als Charakterköpfe. Die Bilder würden sich ganz hervorragend als Vorlage für Ölbilder einer Ahnengalerie eignen.

Nun mag man eine spießige Fotografin vermuten. Weit gefehlt! Aus dem Klappentext ist zu erfahren, dass Ruth Marcus überaus unkonventionell lebt. Sie wohnt auf einem Hof am Fuß einer Burg zusammen mit Dobermann Töle, Katze Tussie, dem Araberhengst Sharon und den Hasen H5 und N1, benannt nach dem Erreger der Vogelgrippe. Wer Marcus besucht, wundert sich angeblich zunächst über den Hengst auf der Terrasse. Am Ende des Besuches sollen die Gäste es dann aber schon fast für selbstverständlich halten, dass Sharon abends mit ins Wohnzimmer darf. Am Ende des Buches glaubt man jedenfalls, dass Tiere tatsächlich eigene Persönlichkeiten haben.

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