+++Lifstyle-Ticker+++

Lagerfeld zieht sich extra hässlich an

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Foto: mir/amd / AFP

Für einen guten Zweck hat Modeschöpfer Karl Lagerfeld mal seinen guten Geschmack ignoriert – und sich etwas Unschönes angezogen. Ansonsten im Lifestyleticker: Koscherer Wein, Körpermöbel II und Tipps, wie man den aktuellen Blumenlook ordnungsgemäß zur Schau trägt.

+++Hässlicher Karl: Der Modeschöpfer Karl Lagerfeld posiert mit einer neongelben Sicherheitsweste auf einem Plakat des französischen Verkehrsministeriums. „Sie ist gelb. Sie ist hässlich. Sie passt zu nichts. Aber sie kann Leben retten“, steht auf Plakat. Lagerfeld ist darauf im schwarzen Anzug mit Fliege, Sonnenbrille und der gelben Sicherheitsweste zu sehen. „Es ist das erste Mal, dass wir mit Lagerfeld zusammenarbeiten. Er hat kein Honorar verlangt“, sagte eine Ministeriumssprecherin. „Es war ihm wichtig, sich an der Kampagne für Verkehrssicherheit zu beteiligen“, fügte sie hinzu. In Frankreich sind Autofahrer vom 1. Juli an verpflichtet, eine Sicherheitsweste und ein Warndreieck im Auto zu haben. Von September an müssen auch Radfahrer bei Dunkelheit eine Neonweste tragen.

++++Flower Power: Blumen-Muster sind jetzt im Sommer auf Kleidern und Blusen im Trend. Eine besondere Rolle spielt die Größe: „XXL lautet die Devise für alles Florale. Millefleurs-Muster und Streublümcheneffekte sind mit dem Trend nicht gemeint“, sagt Stilberater Georg Stiels aus München. Wichtig sei auch, dass man es nicht übertreibt. Denn die Blüten seien nur ein Stilmittel – sie werten auf, sollen aber nicht zu dominant wirken. Wer es gern elegant mag oder im Job nicht übertreiben möchte, trägt am besten Tops und Blusen mit leuchtenden Blüten zum Anzug oder zum Kostüm. Auch ein Rock mit Blütendruck zum leichten Twinset, einer weißen Bluse oder einem Blazer passen in jedes Büro. Und zur Jeans sind Blumen laut Stiels perfekt. Es sollte aber nur ein Teil mit Blüten im Mix kombiniert werden. Modemutige kombinieren Blumen und Streifen. Harmonisieren die Farben dann miteinander, zerfließen die Muster ineinander und seien "ein echter Blickfang".

+++Körpermöbel: An dieser Stelle haben wir vor ein paar Monaten ausführlich darüber berichtet, wie Designer sich vom menschlichen Körper inspirieren lassen. Und siehe da: In Designzeitungen ist gerade ein weiteres Werk dieser Art namens Him&Her zu bewundern. Geschaffen hat es der Designer Fabio Novembre, der sich von dem berühmten Panton-Plastiksessel inspirieren ließ. In der Tat sieht Novembres Erfindung aus wie ein Panton-Chair, in den sich jemand gesetzt hat, bevor das Plastik hart wurde.


+++Koscherer Wein: Chianti, Orvieto und Soave in der koscheren Version: Immer mehr italienische Weingüter bieten ihre edlen Tropfen auch in einer koscheren Version an. Auf einer Weinverköstigung im norditalienischen Mailand stellte jetzt auch die renommierte Kelterei „I Feudi di San Gregorio“ zwei Sorten koscher produzierten „Vinos“ vor. Absatz finden die Weine vor allem in den USA und in Kanada – doch immer öfter auch in Italien. „Bei der Herstellung dürfen nur strenggläubige Juden in direkten Kontakt mit dem Produkt kommen. Wir haben dafür eigens zwei jüdische Arbeiter angestellt“, erklärt Alessandro Palmieri vom Weingut „I Feudi di San Gregorio“. Ferner dürfen ausschließlich koschere Zutaten verwendet werden und den Weinbergen muss alle sieben Jahre ein Ruhejahr gegönnt werden.


+++Wunderfrucht: Eine Zitrone essen, in eine Grapefruit beißen oder gar ein Glas Essig austrinken: Möglich macht das die Wunderbeere (Synsepalum dulcificum), eine an Hagebutten erinnernde Frucht aus Westafrika. Nachdem Partygänger in New York und San Francisco sie bereits als Partyspaß nutzen, die Beere essen und den neuen Geschmack der Drinks testen, schwappt der Trend nun nach London über. Die Wirkung der Frucht beruht auf einem Protein, das vorübergehend die Geschmacksnerven hemmt. Saure und bittere Geschmacksnoten werden nicht mehr wahrgenommen. Die Wirkung der Beere wird nicht nur von Partygängern geschätzt: Krebspatienten soll sie beim Einnehmen der bitteren Medikamente zur Chemotherapie helfen.

+++Knalliger Schmuck: Seit dem Frühjahr hängen in den Boutiquen und Kaufhäusern Kleider, Blusen, Röcke und Hosen in knalligen Tönen: Orange, Pink oder stechendes Gelb sind die Farben dieses Sommers. Auch beim Schmuck schlägt sich der so genannte Knallfarben-Trend nieder. Große Steine funkeln in Blau, Grün und Rottönen und ziehen ebenso wie die auffällige Kleidung die Blicke auf sich. „Die Farben der Saison spielen sich im gesamten Regenbogenbereich ab“, sagt Karl-Eugen Friedrich, Vorsitzender des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte in Köln. Damit die poppigen Grün-, Rot- oder Blautöne auch zur Geltung kommen, ist außerdem die Größe des Schmuckstücks wichtig. „Ein Anhänger darf schon einmal drei Zentimeter Durchmesser haben.“

( dpa/AFP/str )