Zwei Monate geschlossene Schneedecke haben vor allem in der nördlichen Hälfte Deutschlands verheerende Spuren hinterlassen. Der Rasen sieht aus wie alpine Skipisten im Mai – grau, platt und leblos. Schneeglöckchen und Krokusse zeigen sich nur spärlich. Und manche Gärtner, die in Erwartung milder Winter mutig auf exotische Gewächse gesetzt hatten, sehen sich um Jahre zurückgeworfen: Bambuspflanzen sind vertrocknet, Oleanderbüsche jämmerlich zugrunde gegangen – wenn sie nicht ins Wohnzimmer gerettet wurden.

Besonders schlimm wirkt sich in manchen Regionen der nächtliche Dauerfrost aus, der bis in die Mittagsstunden andauert. Scheint in dieser Zeit die Sonne, starten Heckenpflanzen wie die besonders beliebte Lorbeerkirsche mit ihrer Wachstumsphase und versuchen, Wasser aus dem Boden in den oberen Pflanzenbereich zu ziehen. Ist dieser Weg wegen Frost unterbrochen, werden die Blätter braun und sterben ab. Hier hilft vorsichtiges Gießen mit maximal 35 Grad warmem Wasser – dafür sind auch asiatische Grassorten dankbar.

Doch Rettung naht. Bald sind auch die Nächte frostfrei. Dann aber muss alles sehr schnell gehen. Hobbygärtner sollten deshalb jetzt ihren Gerätepark checken, ölen und schleifen. Spätestens Ende März sollten Stauden und Hecken zurückgeschnitten sein. Auch für manche Wein- und Rosensorten schließt sich allmählich das Zeitfenster.

Die bekannten Hersteller Bosch , Gardena und Metabo bringen immer ausgefeiltere Geräte auf den Markt, die Zeit sparen helfen. Gängiger Industriestandard sind mittlerweile Lithium-Ionen-Akkus, die nur noch kurze Aufladezeiten von ein bis zwei Stunden und keinen Memory-Effekt haben, das heißt: Auch nach einer unvollständigen Ladung nimmt die Gesamtleistung des Akkus kaum ab. Wer da noch mit 50 Meter langen Kabeln hantiert, sollte ein Update erwägen. Ein harter Brocken wird sicherlich auch die Reanimation des daniederliegenden Rasens. Restliches Herbstlaub sollte schon mit dem Rechen beseitigt worden sein. Doch gerade auf lehmhaltigen Böden wird es lange dauern, bis wieder dichtes Grün durchbricht.

Das ist der richtige Zeitpunkt, um noch einmal ganz neu zu starten. Statt eines Vertikutierers könnten dieses Jahr also ein Kultivierer oder eine Motorhacke zum Einsatz kommen, die den Boden einige Zentimeter tief umpflügen. Die leichtfüßigen Kultivierer sind aber eher für lockere Böden geeignet. Kleinere Geräte aus dem Hause Wolf beispielsweise wiegen nur wenig mehr als zwölf Kilogramm. Das Pflügen größerer Flächen dürfte damit ähnlich vergnüglich sein wie Laub harken mit der Küchengabel. Auf lehmigem oder verdichtetem Boden sollte Sand eingearbeitet werden. Nun kann man auch einige unebene Stellen ausgleichen und die Neusaat ausbringen.

Freunde der Automatisation können den Sommer besser ausnutzen, wenn sie ihre Bewässerung zentral steuern. Gardena bietet ein beachtliches Programm aus Steckverbindungen, Schläuchen, Wassersteckdosen und Regnern, die sich mithilfe eines Onlineplaners perfekt platzieren lassen. Die einzelnen Bauteile werden in maximal 30 Zentimeter Tiefe verlegt und sind relativ günstig. Teuer wird es allerdings, wenn eine ausgefeilte Computersteuerung dazukommt, die auch in der Urlaubszeit das Gießen übernimmt.

Wer das Mähen dann auch noch einem Rasenroboter von Robomow oder Husqvarna überlässt (Preise um 3000 Euro), wird das typische Budget eines deutschen Gärtners allerdings restlos sprengen. Laut einer weltweiten Onlineanalyse von Husqvarna geben die Deutschen im Durchschnitt pro Jahr 162 Dollar für ihren Garten aus. Dänen und Schweden liegen mit 237 Dollar beziehungsweise 250 Dollar weit vorne. Möglicherweise haben die nördlichen Nachbarn noch mehr mit Winterschäden zu kämpfen.

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