Seine Funktion soll in die Zukunft weisen, die Produktion wichtige Themen der Gegenwart – etwa Nachhaltigkeit und ökologische Kriterien – aufgreifen. Das sind, kurz gefasst, die Kriterien für Deutschlands wichtigstes Designsiegel, das alljährlich von einer internationalen Jury vergeben wird.
Aktuell pochen 12.000 neue Produkte auf solchen Qualitäten. Vom Sofa bis zur Limousine, von Küchengeräten bis OP-Leuchten haben Designer und Hersteller für den Red Dot Award 2010 eingereicht, was ihnen gut geformt erscheint. Anschließend brütet die Jury im Industriedenkmal Zeche Zollverein darüber, welche Produkte einen roten Punkt verdienen und im Red Dot Design Museum ein Jahr lang ausgestellt werden. Die Gewinner werden am 5. Juli während der feierlichen Preisverleihung im Essener Aalto-Theater veröffentlicht.
Ohne Pomp und Party waren die Anfänge des Wettbewerbs 1955. Der Red Dot hieß damals schlicht roter Punkt und wurde vom „Industrieform e.V.“ vergeben. Was nach Männern in grauen Anzügen klingt, die staubige Dinge sichten, war in den Fünfzigern eine Novität, weil man versuchte, die Erzeugnisse deutscher Produzenten mit dem Geschmack ihrer Konsumenten in Übereinstimmung zu bringen – indem die Konsumenten ästhetisch erzogen wurden. Als Instrument dienten dem Verein Ausstellungen mit vorbildlichem Design.
Die Idee dazu entstand in der Residenz der Familie Krupp, der Villa Hügel. Dort dachte der Bundesverband Deutscher Industrie (BDI) über mustergültige Produkte nach, entschied sich für einen jährlichen Designpreis und eine feste Sammlung prämierter Objekte. Natürlich stand dahinter auch die Idee, sich als moderne Exportnation zu profilieren, die mehr kann als Gelsenkirchener Barock.
Seit 1990 heißen Verein und Sammlung „Design Zentrum Nordrhein Westfalen“. Geschäftsführer Peter Zec hat die Institution zu einer internationalen Plattform für Kommunikation gemacht – mit Büros in Tokio und Singapur und einem zweiten Design-Museum seit 2005 in Singapur.
ane




