Zu den legendären Anbaugebieten des Rieslings gehört sei eh und je der Rheingau. Hier entstehen elegante und dennoch gehaltvolle Weißweine der Luxusklasse. Gerade der Jahrgang 2009 bietet frische Klassiker des Anbaugebietes mit feiner Säure und starkem Ausdruck. Das Jahr hatte eine späte Vegetation, eine verrieselte Blüte und damit reduzierte Mengen. Im April schaltete die Natur durch einen warmen Frühling den Turbo zu.
Vom Nobelweingut und der Nummer Eins im Rheingau, Robert Weil, probieren wir den 2009 Rheingau Riesling trocken. Der Qualitätswein ist eigentlich eine Spätlese mit mehr als 90 Grad Oechsle. Der trockene Riesling kommt saftig daher, mit kräftigen Aromen von Ananas und Maracuja. Der Preis von 12,10 Euro pro Flasche ist stolz, aber hier geht es nun einmal um Weine, die von Königshäusern getrunken werden. Für alle, die auch ein wenig renommieren wollen, sind diese Rieslinge nachgerade unverzichtbar.
Auch der nächste Rheingauer ist auf Schiefer gewachsen, kommt von einem namhaften Gut, ist aber gleich deutlich preisgünstiger und hat ein geringeres Renommierpotential. Bei Königs wird er wohl weniger getrunken, aber dafür ist er auch um einige Euro preiswerter. Der 2009 Rauenthal Rothenberg Riesling Kabinett ist von einer jungen Frau gemacht, nämlich von Désirée Eser. Auch hier finden wir eine wunderbare Mineralität durch den Phyllittschiefer der Steillage. Dieser Kabinett ist ein sehr fein geschliffener Wein mit ganz dezent restsüßer Spitze, der Aprikosenaromen freisetzt. Mit einem Preis von 7,80 Euro pro Flasche zeigt er ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Sie möchten neue Weine kennenlernen? Im neuen WEIN CLUB der Morgenpost Online am SONNTAG haben Sie die Möglichkeit dazu: www.weltweinclub.de


