Der Trend zu üppigen Luxus-Chronographen ist ungebrochen, heißt es bei der Deutschen Schmuck- und Uhren-Gesellschaft in Pforzheim. An vielen Uhren, die so viel kosten wie eine Mitteklasse-Limousine, findet sich dabei Gold wieder - zum Beispiel der Yacht Master II Regatte Chronograph von Rolex, beim Damenmodell Love von Cartier, dem Duomètre à Chronograph von Jaeger Le Coultre, der Lady Royal Oak Offshore von Audemars Piguet, der Senator Meissen von Glashütte.
Es geht aber auch günstiger: Durch und durch sportlich kommt zum Beispiel der Fly-Back-Chronograph mit Kompass und zweiter Zeitzone daher. Die Uhr vom Hersteller Timex mit emaillierter Krone hat ein Titan-Gehäuse und kostet 549 Euro. Eleganter ist das Modell Legend Diver von Longines: ein Edelstahlgehäuse mit 4,2 Zentimetern Durchmesser, zwei Kronen, einer beidseitig drehbaren Tauchzeitscheibe und einem synthetischen Armband. Die Leuchtziffern prangen auf schwarzem Grund. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich bei dem Modell um die Neuauflage einer Uhr aus den 60er Jahren. Unverbindliche Preisempfehlung:440 Euro.
Glitzer für 19.500 Euro
Montblanc setzt bei seinen Damenuhren auf glitzernde Steinchen: Auf der Lünette der Ministar White Gold Lady wechseln sich schwarze Diamanten mit weißen ab. Das Gehäuse besteht aus 18-Karat-Weißgold, und auf der Krone sitzt ein Diamant in patiniertem Feinschliff. Die kleine Lady kostet den spendablen Gatten 19.500 Euro. Dafür darf er zwischen einem weißen und einem schwarzen Perlmuttziffernblatt wählen.
Auch auf den Uhren von Carrera Watches glitzert es, wenn auch die Reflexionen nicht von echten Edelsteinen hervorgerufen werden. Als Octagon kommt das Gehäuse der Cool Lady daher, das zudem mit Similisteinen geschmückt ist. Die sportliche Uhr wird mit einem Kautschukarmband vor dem Herunterfallen bewahrt. So viel Synthetik wird mit einem günstigen Preis belohnt - die Preisempfehlung des Herstellers lautet 89 Euro. Glitzersteinchen seien vor allem bei günstigen, sehr modischen Uhren zu finden, sagt der Präsident des Zentralverbandes für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik, Horst Valentin.
Eine Serie von Chronographen in ausgefallenem Design hat der Schweizer Hersteller Rado im Programm: die Ceramica Chronograph Limited Edition. Mit den klassischen, maskulinen Flieger-Chronographen hat diese aus Keramik bestehende, fast komplett in Schwarz gehaltene Uhr kaum etwas gemein. Das viereckige Gehäuse ist so breit wie das Armband und wirkt fast zierlich. Umso stärker hebt sich das Ziffernblatt hervor. Es wurde ebenso wie die drei kreisförmigen, unterschiedlich großen Chronographenzähler in Gold gestaltet. Kostenpunkt: 4400 Euro.
Die perfekte Uhr für Captain Kirk
Horst Valentin hat neben der Nachfrage nach auffälligen Uhren eine Trendwende zu schlichteren Modellen ausgemacht. Einfache Eleganz verkörpern zum Beispiel die Senator Sixties von Glashütte oder die Attaché Gangreserve von Junghans. Aber auch schlichte Eleganz hat ihren Preis: Die Attaché Gangreserve schlägt mit rund 1300 Euro zu Buche. Wer mit Gold, Edelsteinen, falschem Glitzer und klassischer, aber teurer Schlichtheit am Handgelenk nichts anfangen kann, findet seine Traumuhr vielleicht im Programm von The One.
Die sogenannten Binäruhren wirken, als hätte sie Captain Kirk auf der Erde vergessen – ein herkömmliches Ziffernblatt sucht man vergebens. Stattdessen leuchten zwei Reihen von Leuchtdioden in verschiedenen Farben. „Addiert man die Stellenwerte der beleuchteten LEDs, erhält man die exakte Uhrzeit“, so der Hersteller. Das aktuelle Modell Kerala Trance kostet 189 Euro. Hauptsache, der Träger weiß, wie spät es ist.
str/dpa




