Datingshow

„Mehr Arsch, mehr Brüste“: Body Shaming bei „Bachelorette“

Übergriffiges Angrabschen und frauenverachtende Aussagen: Schon in der zweiten Folge überschreiten „Bachelorette“-Kandidaten Grenzen.

Von Johanna Ewald
Das ist die Bachelorette 2022

Das ist die Bachelorette 2022

In der neunten Staffel der Bachelorette (RTL) sucht Sharon Battiste nach ihrem Traummann. Wer die Schauspielerin ist und welches Schicksal die 30-Jährige prägt, zeigt das Video.

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Köln. Wer dachte, die Gesellschaft habe sich in den vergangenen fünf Jahren weiterentwickelt, der wird schon in der zweiten Folge „Die Bachelorette“ bitter enttäuscht. Aus 20 Männern kann Sharon Battiste sich auf Mallorca ihren Traumprinzen aussuchen. Nur scheint es in dieser Staffel so jemanden nicht zu geben. Zumindest ein gewisser Teil verhält sich immer noch, als hätte es keine „Me Too“-Debatte, Diskussionen um Gender Pay Gap und Body Shaming gegeben.

Schon beim offiziellen Einzug in die sogenannte Männervilla muss ein Kandidat klarstellen: „Lasst uns bitte nicht alle in den Pool schiffen“. Wie sie dasitzen, grölen und anstoßen, lässt einen jegliche Hoffnung auf Kultiviertheit verlieren und erinnert einen an eine Junghundegruppe auf dem Ballermann. Da werden Kräfte gemessen, da wird das Revier markiert.

Bachelorette 2022: Erster Kuss in der zweiten Folge?

Gekrönt wird das von Fußballer Max Wilschrey, der von Bachelorette Sharon Battiste zum ersten Einzeldate eingeladen wird. Standesgemäß gibt’s einen Rundflug, bei dem er seinen Arm beschützend um sie legt. Sie findet das schön, noch schöner, als er später an Land sagt: „Ich brauche viel Liebe und Zuneigung“ und gemeinsam mit ihr am Pool tanzt, während die Sonne untergeht.

„Ab diesem Moment dachte ich, es könnte gefährlich werden. Nicht, dass man sich aus einem Druckmoment heraus küsst“, gesteht sie. Aber sie habe die Spannung gespürt, hätte einen Kuss als okay empfunden. Doch den gab es nicht.

Frauenverachtende Aussagen von Fußballer Max Wilschrey

Ob Kuss oder nicht, wenn man den beiden so zuschaut, glaubt man, den ersten Favoriten erspäht zu haben. Bis dieser zurück in der Männervilla ist. „Ich steh‘ ein bisschen mehr auf Kurven. Sie könnte schon ein bisschen mehr Arsch und mehr Brüste haben“, resümiert er. Er fühle sich sexuell nicht zu ihr hingezogen. „Ich muss gucken, ob diese Anziehung noch kommt“, so der 26-Jährige. Fassungslos schaut man in seinen Bildschirm und geht im Kopf das Lexikon an Schimpfwörtern durch.

Zum Glück reagiert zumindest ein Kandidat empört: „Für 'ne Frau ist das eine Beleidigung. Mich fuckt's böse ab“, so Emanuell Weissenberger. Der Personalvermittler erzählt der Bachelorette auch später davon, nennt aber keine Namen. „Ich kann nicht jedem gefallen, aber ja, das Gespräch macht grad was mit mir“, reagiert sie und wirkt sichtlich verunsichert.

Bachelorette: Nach Stripeinlage beim Tanzen bedrängt

Und wer dachte, dass es nicht mehr schlimmer kommt, der wird in der "Nacht der Rosen" eines Besseren belehrt. Befeuert durch eine Strip-Performance von Basti Corste, Mitgründer und Teil der Strip Show „Sixx Paxx“, versucht es ihm Kandidat Tim Jessen gleichzutun. Allerdings auf eine weit weniger professionelle und sehr viel unangenehmere Art. Offensichtlich sehr betrunken drückt er seinen Körper an die Bachelorette und hält sie fest. Dass sie sich nicht wohlfühlt, bemerkt er wohl nicht.

„Tim war sehr im zärtlichen Tanzmodus“, umschreibt sie es freundlich. Später bekommt er dennoch eine Rose, mit den Worten: „Wie wir beide heute getanzt haben, war ein bisschen too much. Einen Gang runterschalten fänd‘ ich gut.“

So war die erste Bachelorette-Folge:

Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de.