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Warum der „taff“-Tag von Joko und Klaas keine Strafe war

Sie haben gegen ProSieben verloren: Joko und Klaas mussten „taff“ moderieren. Eine richtige Strafe für die Komiker war das aber nicht.

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Berlin.  Seit 24 Jahren berichtet ProSieben „täglich aktuell frisch und frech“ über die Welt der Stars, Trends und gesellschaftliche Entwicklungen. Den meisten ist das News-Magazin geläufiger unter der Abkürzung: „taff“. Und es hat wohl noch nie eine, nun ja, unkonventionellere Folge gegeben als an diesem Montag.

Grund waren die Moderatoren: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf.

Damit erfinden sich die beiden nicht etwa neu, sondern lösen schlicht Spielschulden ein. Die beiden Moderatoren verloren in der Sendung „Joko & Klaas gegen ProSieben“ gegen ihren Haussender. Und dort hatte man sich also überlegt, dass es für die beiden wohl besonders schlimm sein muss, unter anderem (laut Ankündigung) Klatsch, Tratsch und die neuste Sommermode vorzustellen.

Seichte Themen und Buntes aus aller Welt also, erzählt von von zwei Komikern, die so ziemlich nichts ernst nehmen können. Eine gewagte Mischung – aber nicht unlustig. Zumindest für die Zuschauer, die jetzt nicht unbedingt an der Tiefe der „taff“-Themen interessiert sind. Wenn denn mal welche vorhanden sein sollte.

Joko und Klaas als „taff“-Moderatoren – und Twitter feiert

Bei Joko und Klaas geht eine Promotion für eine neue ProSieben-Sendung auch schon mal lockerer von den Lippen („In der Jury sitzt die da, die auch, und der ist auch dabei“), ein nahezu dramatischer Beitrag über die Mückenplage am Ammersee wird direkt in der Abmoderation runtergespielt („Ja, ist halt so. Mücken müssen ja auch irgendwo wohnen“) – oder Themen werden auch mal etwas geradeaus angekündigt („Jetzt geht’s um eine richtige Assi-Familie aus England“).

Die (zumindest für die Standard-Moderatoren bittere) Erkenntnis: Selbst wenn man Moderationen und die Vertonung von Beiträgen mit mäßiger Begeisterung einfach nur irgendwie aus der Hüfte schießt und regelmäßig währenddessen lachen muss, verliert die Sendung kaum an Format.

Für Joko und Klaas lief es dagegen ganz okay – zumindest was das Feedback auf Twitter angeht. Bei dem Kurznachrichtendienst war der Hashtag „#JKtaff“ schon zu Beginn der Sendung das Top-Thema bei Usern aus Deutschland. Und viele Zuschauer äußerten sich in ihren Tweets durchaus amüsiert.

War es am Ende doch keine richtige Niederlage, keine richtige „Strafe“ für Joko und Klaas? Die beiden schienen zumindest nicht allzu peinlich berührt in ihrer neuen Rolle. Noch nicht einmal vom eher mäßig unterhaltsamen Beitrag über Bodybuilder. „Hauptsache, man sitzt nicht an der Bushaltestelle rum und spuckt auf den Boden. Ist meine Meinung“, sagte Klaas.

Passte zum Beitrag. Und irgendwie wohl auch zu seinem Tag in der „taff“-Redaktion.

Joko und Klaas als „taff“-Duo auf ProSieben – Das sagt Thore Schölermann

Einer, der sich regelmäßig freiwillig in die „taff“-Welt begibt, ist Moderator Thore Schölermann. Der reagierte vor der Sendung eher verhalten begeistert auf seine neuen Kollegen: „Mehr als 24 tolle und erfolgreiche Jahre ‚taff‘ und jetzt überlassen wir unser Quotenflaggschiff am ProSieben-Nachmittag diesen beiden Verrückten aus der Primetime. Da hätte ProSieben lieber absichtlich verlieren sollen.“

Immerhin hatte er aber auch noch ein paar freundliche Worte für Joko und Klaas übrig: „Danke für den freien Tag!“

Dienstag Revanche für Joko und Klaas – einer bald auf dem „Traumschiff“

Ihre neue Abendshow, also das Duell gegen den eigenen Sender ProSieben, haben Joko und Klaas zuvor auch schon gewonnen – und so 15 Minuten Freiraum zur besten Sendezeit gewonnen. In einer Live-Schalte durften Joko und Klaas eine Viertelstunde tun, worauf sie Lust hatten.

Überraschenderweise traten sie in den Hintergrund und ließen andere sprechen – Menschen, die sich sozial engagieren und auf Missstände in der Gesellschaft hinweisen wollten: Joko und Klaas live auf ProSieben – das war bittere Realität statt Spaß.

Um fehlende Aufmerksamkeit brauchen sich die Moderatoren ohnehin nicht sorgen. Im „Duell um die Welt“ lassen sie Promis antreten. Und Joko Winterscheidt heuerte jüngst beim ZDF-„Traumschiff“ an. Die Chance auf Revanche für den „taff“-Auftritt – die neue Folge „Joko & Klaas gegen ProSieben“ – läuft am Dienstag, 18. Juni, um 20.15 Uhr. (ses/ba)