Topmodel-Show

„GNTM“-Eskalation: Erst Radhelm-Flop, dann Prügel für Lena

Donnerstag kam es in der Klum-Show „GNTM“ zur Eskalation. Jasmin schlug offenbar Lena. Außerdem: Fans lachen über Radhelm-Kampagne.

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Essen.  Schon im Vorfeld war klar: „Germany’s next Topmodel“ auf ProSieben wird an diesem Donnerstag spannend. Denn: Es sollte eine handfeste Auseinandersetzung geben, Kandidatin Jasmin Mitstreiterin Lena geschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft war bereits im Vorfeld eingeschaltet, das Produktionsteam angezeigt worden.

Und tatsächlich: Während der finalen Entscheidungsphase eskaliert die Situation in der Reality-Show. Kandidatin Jasmin schlägt offenbar auf Lena ein. Vorangegangen war eine Diskussion, wer mit wem wie zu sprechen habe – eigentlich klassische Teilnehmerstreitereien. Jasmin schreit „Halt deine Fresse“. Es folgt Geschrei der Teilnehmerinnen, dann wird das Bild schwarz. Tränen. Werbung. Das sagt GNTM-Model Tatjana über die Prügel-Attacke.

GNTM: Das ist gestern passiert

Der Anwalt von Lena, Christian Nohr, hatte die Ausstrahlung der Szene zu verhindern versucht. Tatsächlich ist der Gewalt-Akt selbst nicht zu sehen. Aber: Die schockierten Reaktionen. Schon in der Vorschau zur Folge zu Beginn der Ausstrahlung hatte es Tränen, Geschrei, Polizisten und eine schockierte Heidi zu sehen gegeben.

Der Wirbel vor der Sendung sorgte für gute Einschaltquoten. GNTM kam auf einem Marktanteil von 19,2 Prozent (1,78 Millionen) bei den jungen Zuschauern - das sind vier Prozentpunkte mehr als noch in der vergangenen Woche.

„Das hat es in 14 Jahren ‘Germany’s next Topmodel’ noch nicht gegeben!“, erklärte Heidi Klum in die Kamera. „Das ist echt traurig, was hier heute passiert ist. Deswegen beenden wir das Ganze heute“ Sie bricht die Aufgabe ab. Zuvor hatte sie ein Mitarbeiter über den Vorfall informiert, als sie gerade eine andere Teilnehmerin beurteilt hatte.

Klum fragt Lena: „Ihr habt euch geschlagen?“ Lena: „Sie hat mich geschlagen.“ Sofort sagt Klum: „So geht das nicht weiter.“ Jasmin erklärt sie daraufhin: „Ich kann dich doch nicht mehr zu den Mädchen zurückschicken.“

Klum erklärt, sie würde viel zu hören bekommen. Aber es gebe Regeln in der Gesellschaft. „Du bist ein wunderschönes Mädchen“, sagt sie noch. „Sie ist auch ein Mensch und hat auch ein Herz.“ Trotzdem: Die Show ist vorbei für Jasmin.

Wer ist bei GNTM rausgeflogen?

Vor dem radikalen Zusammentreffen der beiden Konkurrentinnen gab es erst einmal das übliche Topmodel-Programm: Jasmin will sich nicht gern nackt von Star-Fotograf Rankin porträtieren lassen lassen. Enisa hat Heimweh – und entscheidet sich, das Format zu verlassen. Für eigentlich alle anderen hängt das persönliche Lebensglück vom Weiterkommen ab. Soweit so „Topmodel“. Der Angriff – die Zuschauer müssen warten.

Warum zeigt ProSieben das Prügel-Video nicht?

Bei Twitter beschwerten sich viele beim Sender, dass die Szene herausgeschnitten worden sei. ProSieben erklärte daraufhin per Tweet, dass es, anders als von einem Nutzer kritisiert, nicht „ganz schwach“ sei, das nicht auszustrahlen. „Mit Respekt und Fürsorge für zwei junge Mädchen.“

Im Netz sorgte das für wenig Begeisterung. Hatten viele Nutzer vor der Sendung doch die Hoffnung, die viel diskutierte Szene zu sehen bekommen. Aber es gibt auch Stimmen, die die Entscheidung befürworten und andere Nutzer kritisieren. „Keine Ahnung, was ihr für einen widerlichen Fetisch habt, aber blutende Kopfhaut, weil natürlich auch echte Haare mit rausgerissen wurden, ist nicht schön“, schrieb ein Nutzer.

Eine andere findet: „ALLE Leute, die sich hier beschweren, dass die Schlägerei nicht ausgestrahlt wurde, sind das Letzte. Behauptet, ihr wollt Beweise, dabei wollt ihr doch einfach nur gaffen und euch durch das Leid anderer erfreuen.“

GNTM: Anwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen Produktionsteam

Die Versuche des Anwalts, von ProSieben vor der Ausstrahlung eine Unterlassungserklärung zu erreichen, blieben im Vorfeld erfolglos, erklärte der Anwalt der “WAZ“ vor Ausstrahlung. Nohr beruft sich in seiner Erklärung auf die Persönlichkeitsrechte der Kandidatin. Da war er offenbar auch noch von der Ausstrahlung des Angriffes ausgegangen

ProSieben habe zudem wegen der Minderjährigkeit seiner Mandantin ein Obhutspflicht gehabt. Er zeigt laut der „Zeitung“ auch Jasmin und den Sender ProSieben an, der Teil des Unternehmens ProSieben/Sat.1 ist.

Er hatte eine Anzeige gegen Jasmin erstattet. Darüber hinaus will er unter anderem ein Sendeverbot der entsprechenden Szene erreichen, wie die „WAZ“ berichtet. Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte der „WAZ“, dass eine entsprechende Anzeige eingegangen ist.

Anzeige auch gegen Kameraleute

„Es geht nicht an, dass ein Fernsehsender filmt, wie eine Minderjährige von einer anderen Teilnehmerin während der Dreharbeiten geschlagen wird und das anwesende Kamerateam nicht sofort einschreitet, sondern die Szene weiter filmt und ProSieben nunmehr über den Vorgang in der nächsten Sendung berichten will“, sagte Lenas Anwalt Nohr der „WAZ“, die wie diese Redaktion zur Funke Mediengruppe gehört.

Weil die Kameraleute des Münchener Privatsenders nicht dazwischen gingen, habe er im Namen seiner Mandantin auch die Kameraleute des Senders wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt. Christian Nohr sagt: „Hier geht es dem Sender offensichtlich um die Einschaltquote und nicht um den Jugendschutz.“

ProSieben-Sprecher weiß nichts von Anzeige

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ProSieben-Pressesprecher Christoph Körfer ist keine Strafanzeige gegen den Sender bekannt. Ob und wie der Sender nun am Donnerstag den Vorfall konkret thematisiert, ist bis zur Ausstrahlung offen. Dazu heißt es bisher nur: „ProSieben erzählt das, was bei #GNTM passiert, immer mit der größtmöglichen Sorgfaltspflicht gegenüber allen Beteiligten.“ Das gelte auch an diesem Donnerstag. Einen Vorfall wie diesen gab es laut Körfer „in 14 Jahren nicht“.

„Dem Produktionsteam unterlassene Hilfeleistung zu unterstellen, ist eine unwahre Behauptung. Nach drei Sekunden wurde Lena geholfen, nach 5,5 Sekunden hatte die Aufnahmeleiterin die Situation unter Kontrolle“, erklärt Körfer.

Die Vermutung war, dass ProSieben die Prügel-Szene ungekürzt zeigen würde. „Focus Online“ zitiert ebenfalls ProSieben-Sprecher Körfer: „Die Folge wird so gezeigt, wie es die Redaktion schon vor Wochen geplant hat.“ Allerdings stellte sich heraus: Gezeigt wurden nur Reaktionen.

Heidi Klum: „Das hat es in 14 Jahren ‘Germany’s next Topmodel’ noch nicht gegeben!“

In Vorschauen auf die Folge war zumindest zu sehen, dass es eine Auseinandersetzung gibt, auch weint Lena vor der Kamera und Heidi Klum sagt: „Das hat es in 14 Jahren ‘Germany’s next Topmodel’ noch nicht gegeben! Das ist echt traurig, was hier heute passiert ist. Deswegen beenden wir das Ganze heute…“

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Jasmin hatte in ihrer Instagram-Story erklärt, dass sie Lena geschlagen habe – eine „Respektschelle“. Die Story ist inzwischen aber nicht mehr abrufbar.

Für Lena stellt sich laut „WAZ“ die Auseinandersetzung deutlich heftiger da: Jasmin soll sie hart angegangen haben und ihr unter anderem die Haarverlängerungen rausgerissen haben.

Twitter-Nutzer lachen über GNTM-Models mit Helm

Für Lacher sorgen derweil die von den GNTM-Models unterstützte Kampagne des Bundesministeriums für Verkehr und digitiale Infrastruktur (BMVI) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Damit sollen Fahrradfahrer dafür begeistert werden, einen Helm zu tragen. Auf Fotos ist zu sehen, wie sich Heidis Models halbnackt und im Dessous mit einem Helm präsentieren. Helm auf, Rad ab? Das Ministerium und die halbnackten Models.

Das sorgt für hämische Kommentare auf Twitter. Viele Nutzer kritisieren die Idee und werfen dem Ministerium Sexismus vor. Eine Auswahl der besten Kommentare:

• „Wie bekommen wir mehr Menschen dazu, einen Helm beim Fahrradfahren zu tragen?“ - „Wir machen eine Kampagne mit Models in Dessous“. Das #BMVI so im Jahr 2019.“

• „Manchmal wäre so ein Helm im Bett echt praktisch #GNTM“

• „Hauptsache tonnen von Haarspray rein kloppen und dann einen Helm aufsetzen“

Hintergrund: Halbnackte Models: Scheuer erntet Kritik für Helm-Kampagne

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