ARD-Krimi

Das verrät der Sendeplatz über den Schweizer „Tatort“

Der Schweizer „Tatort“ läutet die ARD-Krimi-Saison ein. Doch der Sendeplatz von „Die Musik stirbt zuletzt“ ist wenig schmeichelhaft.

Berlin.  Ein ambitionierter, experimenteller „Tatort“ aus der Schweiz läutet die neue Krimi-Saison ein. „Die Musik stirbt zuletzt“ beendet offiziell die Sommerpause. Eigentlich eine Ehre, möchte man denken, doch vielmehr wirkt es so, als wolle die ARD den Fall im Sommerloch verstecken.

Denn „Die Musik stirbt zuletzt“ hat das Potenzial bei den Zuschauern durchzufallen. Wie die „Bild“ berichtete, stand die Ausstrahlung sogar auf der Kippe. Der Krimi sei bei Testvorführungen gar nicht gut angekommen.

„Die Musik stirbt zuletzt“ wurde ohne Schnitt gedreht

Das dementiert der SRF in der „Luzerner Zeitung“. Es habe keine Testvorführung gegeben, stattdessen hätten die Redaktionen von SRF und ARD den Film angeschaut und diskutiert. Man sei sich aber bewusst gewesen, dass er „ungewöhnlich“ für einen „Tatort“ sei.

Das Besondere: Der Schweizer Fall von Regisseur Dani Levy kommt komplett ohne Schnitt aus und wurde in einer einzigen Kameraeinstellung gedreht. Eine Premiere für die ARD-Krimireihe.

Der Sender habe den Ausstrahlungstermin am 5. August auch gewählt, weil „Die Musik stirbt zuletzt“ thematisch so gut zum Lucerne Festival passe, das in der Woche darauf startet, wie die „Luzerner Zeitung“ schreibt.

Zwei Wochen „Tatort“-Flaute

Doch der Sendeplatz ist wenig schmeichelhaft. Er kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in anderen Jahren noch Sommerpause herrschte und vor allem alte Folgen oder Flops präsentiert wurden. Die „Tatort“-Saison startete dann meist Ende August im gewohnten Wochenrhythmus.

Doch nach der Ausstrahlung des Schweizer Krimis herrscht erst einmal zwei Wochen „Tatort“-Flaute. Am 12. August zeigt die ARD die Leichtathletik-EM und am 19. den „Polizeiruf: Das Gespenst der Freiheit“. Erst am 26. August kehrt der „Tatort“ zurück, dann mit den Ermittlern Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) aus Weimar. (jha)

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