Vorabend-Programm

Sat.1 startet neues TV-Magazin „Endlich Feierabend“

Der Vorabend ist eine Problemzone von Sat.1. Nun will ihn der Sender mit „Endlich Feierabend“ retten. Ein schwieriges Unterfangen.

Sie begleiten in den Feierabend: Annett Möller (r.) und Daniel Boschmann (l.).

Sie begleiten in den Feierabend: Annett Möller (r.) und Daniel Boschmann (l.).

Foto: Andre Kowalski / Sat1

Berlin.  Es ist ein bisschen wie Frühstücksfernsehen am Vorabend: lockere Gespräche statt knallharte Nachrichten – so das Konzept von „Endlich Feierabend“. Eine legere Stimmung sei das Ziel, wie sie auch das Berliner Studio, in dem Daniel Boschmann und Annett Möller gemeinsam in den Feierabend moderieren, ausstrahlt: ein bunt eingerichteter, riesiger Raum mit Couchecke voller Bücher und Kissen. Sogar eine Küchenzeile ist vorhanden.

„Wir sagen immer: Wir wohnen hier“, erzählt Annett Möller (39). Das Studio sei ein richtiges Zuhause. Daniel Boschmann: „Das Schöne ist ja, mit Sendungsende ist auch für uns Feierabend. Das heißt, wir sind mit dem gleichen Gefühl in der Sendung wie unsere Zuschauer.“

Die neue Sat.1-Sendung soll eine Mischung aus Information und Unterhaltung sein, mit dem Fokus auf Service. „Was im Frühstücksfernsehen morgens anfängt, mit dem Lebensgefühl und mit dem richtigen Handwerkszeug für den Tag, das fangen wir nochmal auf und überlegen für uns alle, vor allem für die Familien in Deutschland, über was wir sprechen wollen“, sagt Boschmann (37), der seit 2016 Moderator beim Sat.1-Frühstücksfernsehen war.

„Frühstücksfernsehen“ ist Quotenbringer

Annett Möller kommt von RTL und hatte mit Unterhaltung bisher nicht viel zu tun. Sie arbeitete bei „RTL aktuell“ und war n-tv-Nachrichtensprecherin. „Bei n-tv waren meine Lieblingsmoderationsmomente die, in denen ich einen bestimmten Moderator aus der Wirtschaft neben mir hatte und wir lustige Übergaben machen konnten“, erzählt sie von den Momenten der Doppelmoderation. „Aber klar, es ist für mich totales Neuland“, fügt sie hinzu.

Seit einer ganzen Weile probt das Team für den Start und kann es kaum mehr abwarten. „Das ist so ein schönes Goldgräbergefühl“, sagt Boschmann.

Wichtig ist beiden, glaubwürdig herüberzukommen. „Ich möchte nicht über Themen sprechen, mit denen ich mich nicht auskenne“, sagt Annett Möller.

Dass man auf das „Frühstücksfernsehen“ schielt, mag nicht überraschen, handelt es sich dabei doch um einen seit vielen Jahren verlässlichen Quotenbringer, der Sat.1 regelmäßig zum Marktführer am Morgen macht. Am Abend dürfte dieses Unterfangen nicht so leicht gelingen. Und Versuche, um diese Uhrzeit ein Magazin zu starten, hat es schon reichlich gegeben – wenn auch meist ohne Erfolg.

Sat.1 hat zuletzt 2015 den Vorabend umgebaut

Selbst die Idee, ein „Frühstücksfernsehen“ am Abend zu zeigen, ist nicht neu: Ende 2001 war es, als die damaligen Frühaufsteher Bettina Cramer und Kurt Lotz um 18 Uhr „Schlag 6“ präsentierten. Der Vorabend ist eine der größten Problemzonen für Sat.1. Im Schnitt kommt Sat.1 bei den 14- bis 49-Jährigen auf einen Marktanteil von 6,9 Prozent. Die Nummer eins ist RTL.

Zum letzten Mal hat Sat.1 den Vorabend 2015 grundlegend umgebaut. Nach dem unrühmlichen Absetzen des damaligen Hoffnungsträgers „Newtopia“ wollte der Sender Zuschauer mit der Daily Soap „Mila“ und dem Magazin „Unser Tag“ gewinnen. Dies war bereits nach zwei Wochen wieder Geschichte. Zuletzt zeigte Sat.1 „Auf Streife“ und „Die Ruhrpottwache“.

Sat.1, Montag bis Freitag, 18 Uhr - erste Sendung 30. Juli

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