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„Um Himmels Willen“: Fritz Wepper dreht neue Folgen

Nach gesundheitlichen Rückschlägen ist Fritz Wepper wieder voller Energie und dreht eine neue Staffel der Serie „Um Himmels Willen“.

Mit ganzer Kraft dabei: Fritz Wepper (als Bürgermeisters Wöller) und Janina Hartwig, die beliebte Schwester Hanna, in „Um Himmels Willen“.

Mit ganzer Kraft dabei: Fritz Wepper (als Bürgermeisters Wöller) und Janina Hartwig, die beliebte Schwester Hanna, in „Um Himmels Willen“.

Foto: ARD/Barbara Bauriedl

Der Ärger rund um das TV-Kloster Kaltenthal geht weiter. Seit Donnerstag ist Landshut wieder Kulisse für die Serie „Um Himmels Willen“. Mit dabei ist neben Janina Hartwig als Schwester Hanna wieder Schauspieler Fritz Wepper (76) als Bürgermeister Wöller.

Trotz seiner Erkrankungen verfügt er über genügend Kraft, die Dreharbeiten durchzustehen. Die Sorge um den beliebten Schauspieler war groß: 2016 wurde Fritz Wepper am Herzen operiert, wo ihm eine neue Herzklappe eingesetzt wurde. Ein Jahr später wurde er erneut ins Krankenhaus eingeliefert: Sein künstliches Hüftgelenk hatte sich entzündet. Wepper musste wieder operiert werden.

Wie haben Sie sich nach den Eingriffen gefühlt?

Fritz Wepper: Gott sei Dank sind die Operationen gut verlaufen. In der Wachphase nach der ersten OP habe ich mich plötzlich selber ­wieder als kleiner Junge gesehen und festgestellt, dass ich noch lebe. Das war ein ganz besonderer Moment.

Wie haben Sie das alles verarbeitet?

Wepper: Sehr gut. Wobei die Herz-Lungen-Maschine ja unchristlich ist, sie nimmt keinerlei Rücksicht auf die Seele.

Nun arbeiten Sie wieder voll. Als Bürgermeister Wöller sind Sie bekannt für Ihre unkonventionelle Art. Sind Sie auch privat so offen?

Wepper: So offen war ich schon als Kind, was sicher auch mit meiner Erziehung zusammenhängt. Ich habe ja schon mit elf Jahren Theater gespielt. Egal, ob es das Kasperletheater mit meinem Bruder war oder meine erste Rolle in „Peter Pan“. Als ich für die Schulkinder dann irgendwann das Stück „Robinson soll nicht sterben“ gespielt habe, kamen die kleinen i-Dötzchen vorn an die Bühne und schrien „Ja, Robinson soll nicht sterben!“.

Sie sind dann erst einmal beim Theater geblieben.

Wepper: Danach kamen Theaterengagements und Tourneen, und so hat sich das langsam über die Jahre entwickelt, bis das Fernsehen kam. Meinen ersten Film habe ich mit 15 gemacht, und zwar live! Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, weil es natürlich eine enorme nervliche Belastung war.

Wie hat sich das gezeigt?

Wepper: Ich hatte keine feuchten Hände, sondern regelrechte Pfützen in den Händen. Aber ich kann mittlerweile auf einiges zurückblicken, wovon ich natürlich auch profitiere. Ich habe eine große Anzahl von Filmen gedreht, allein den Harry Klein habe ich über 350-mal gespielt, dann mit meinem Bruder Elmar zusammen 17-mal die „Zwei Brüder“ und mit meiner Tochter Sophie 15-mal den „Mord in bester Gesellschaft“, nicht zu vergessen jede Menge „Um Himmels Willen“. Dazu gehört natürlich auch ein gerüttelt Maß an Disziplin.

Hatten Sie diese Disziplin schon immer, oder mussten Sie sich die erst mühsam drauf schaffen?

Wepper: Disziplin ist immer gefordert, das fängt schon in der Schule an. Wir mussten damals sogar noch samstags in die Schule.

Haben Sie früher trotzdem mal die Schule geschwänzt?

Wepper: Nein, nie. Das war damals auch überhaupt nicht angesagt, das wäre eine Unart gewesen. Ich habe zwar aufgrund einiger Krankengeschichten ein paar Unterrichtstage verpasst, die ich nachholen musste. Aber mehr nicht. Die Schule zu schwänzen, wäre uns überhaupt nicht in den Sinn gekommen.

Begeisterung für die Schule – das ist nicht wirklich weit verbreitet.

Wepper: Ja, meine Schule, das Wittelsbacher Gymnasium, möchte ich auf keinen Fall missen. Wir hatten einen waschechten Geschichtsprofessor aus Prag, der mit seinem unnachahmlichen tschechischen Akzent zu uns sagte: „Die Geschichtsbücher können Sie zu Hause lassen, die sind für die Sieger geschrieben.“ Das saß. Er hat uns gelehrt, dass wir nicht alles glauben sollen, auch wenn es schwarz auf weiß gedruckt ist.

Gehen Sie heute auch noch manchmal zu Klassentreffen?

Wepper: Nein, diese klassischen Klassentreffen habe ich nie besucht, ich verfolge die Werdegänge mehr im Internet oder über Facebook.

Sind Sie eigentlich stark bei Facebook aktiv?

Wepper: Nein, ich bin kein wirklicher Facebooker. Das machen zwar viele, aber ich bin da eher skeptisch, weil man nie weiß, für welche ungeahnten Dienste diese Facebook-Profile herhalten müssen.