Unterhaltung

Neue ARD-Serie „Falk“ überzeugt mit Tempo und Witz

In der ARD-Reihe „Falk“ findet Fritz Karl seine Paraderolle. Die Serie bietet witzige Dialoge und einen erstklassigen Hauptdarsteller.

Awalt und Gentleman: Fritz Karl ist „Falk“, ein Jurist, der höchst ungewöhnliche Verhörmethoden entwickelt hat.

Awalt und Gentleman: Fritz Karl ist „Falk“, ein Jurist, der höchst ungewöhnliche Verhörmethoden entwickelt hat.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Essen.  Samtsakko, groß karierte Weste und ein hintergründiges Lächeln – mehr Clown als Anwalt ist dieser „Falk“. Ein schräger Vogel, der sich einreiht in den Reigen der Akteure mit einer heftigen Meise unterm Pony. Ob Monk oder Professor T. – alles Typen mit charmanten Neurosen, die noch etwas gemeinsam haben: einen hohen Unterhaltungsfaktor.

Weil Falk (Fritz Karl) es als Jurist mit seinen eigenwilligen Verhörmethoden schlicht übertrieben und einem Zeugen einen Kinnhaken versetzt hatte, blieb er auch nicht lange in Amt und Robe. Seine Bühne wurde die Küche. Als Restaurantchef konnte er seine Liebe zu Wein und Kerzenlicht-Menüs vollends ausleben. Nur blöd, dass er pleiteging.

Falk und Juniorchefin auf Krawall gebürstet

Es muss etwas passieren, damit wieder Geld in die Kasse kommt. Und so heuert Falk in der noblen Düsseldorfer Kanzlei Offergeld & Partner an. Der Seniorchef (Peter Prager) schätzt diesen Snob auf knallbunten Socken. Die Juniorchefin (Mira Bartuschek) hingegen kann ihn nicht ausstehen.

Herrlich für die Zuschauer, denn die beiden sind sofort auf Krawall gebürstet. Während Falk ihre Beleidigungen – „Wenn man im Internet zum Thema Verhaltensstörung googelt, kommen nur Bilder von Ihnen“ – wie ein Gentleman über sich ergehen lässt, hyperventiliert sie allein bei seinem Anblick.

Fritz Karl will überall seine Duftmarken setzen

Denn Falk ist ein Alphatier mit Macho-Allüren, gespielt vom großartigen Fritz Karl, der überall seine Duftmarken setzen will und die Chefin in den Wahnsinn treibt: „In meiner Kanzlei hängt nur einer Brüste an die Wand – und das bin ich“, ruft sie, als Falk mit einem Aktgemälde um die Ecke kommt.

Alles an diesem Anwalt, der sich ständig wie ein Dandy geriert, ist ungewöhnlich. Doch im Gegensatz zu Matthias Matschke als Professor T. , der die Rolle bewusst als Kunstfigur überzeichnet, bleibt Fritz Karl mit seinen aberwitzigen Facetten immer Mensch.

Falk kann nicht mit Gefühlen umgehen

Ein Verführer, der es bestens versteht, in den Seelen der Menschen zu lesen. Der in seinem Restaurant wie ein Galan der alten Schule in die Herzen der Damen zu blicken versteht und dabei große Emotionen erzeugt. Genau das ist das Problem.

Falk kann nämlich nicht mit Gefühlen umgehen. Es ist eine Paraderolle für diesen Schauspieler, der es versteht, den verschrobenen Psychopathen originell, aber nicht übertrieben herüberzubringen.

Spritzige Dialoge und temporeiche Szenen

Schade nur, dass schon ziemlich zu Anfang des Films die Erklärung für seine Macken mitgeliefert wird. Die Beichte vom frühen Tod des Vaters, von der schweren Kindheit wäre nicht nötig gewesen. Es nimmt der Hauptperson zu schnell ihr Geheimnis. Doch die spritzigen Dialoge, die temporeichen Szenen und der ironische Dauerton, der – und das ist selten – in keiner Minute aufgesetzt wirkt, lassen den kleinen Schwachpunkt schnell vergessen.

Fazit: Schon der Auftakt der neuen sechsteiligen Dienstagsreihe ist gelungen. Überraschendes Tempo, witzige Dialoge und ein erstklassiger Hauptdarsteller heben sich von der Durchschnittsfernsehunterhaltung deutlich ab.

ARD, Dienstag, 15. Mai, 20.15 Uhr

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