TV-Krimi

Selbstversorger im „Polizeiruf 110“: Das machen Prepper

Der „Polizeiruf 110“ führt Polizisten in die Prepper-Szene. Doch was machen diese Selbstversorger und warum legen sie sich Vorräte an?

Berlin.  Im „Polizeiruf 110 – Demokratie stirbt in Finsternis“ spielt Jürgen Vogel einen so genannten Prepper. Abgeschottet von der Außenwelt lebt die Figur Lennard Kohlmorgen mit seinen Kindern auf einem Bauernhof.

Doch was sind überhaupt Prepper? Und wie organisiert sich die Prepper-Szene? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem Phänomen aus dem ARD-Krimi und verraten, was staatliche Behörden im Katastrophenfall empfehlen:

Woher kommt der Begriff Prepper?

Die (Selbst)Bezeichnung Prepper kommt vom englischen Verb to be prepared (bereit/vorbereitet sein). Unter Pfadfindern ist der Gruß „be prepared“ (allzeit bereit) verbreitet. Kurz gesagt sind Prepper Personen, die sich auf sämtliche Ernstlagen und Katastrophen vorbereiten.

Zwar ließen sich neben dem Namen auch Parallelen im Verhalten von Preppern und Pfadfindern ziehen, jedoch dürften nur die wenigsten Pfadfinder die Vorbereitung auf Ernstfälle in einem solchen Maße betreiben, wie es die meisten Prepper tun.

Wie sind Prepper ausgestattet?

Da die meisten Prepper auf sämtliche Katastrophenlagen vorbereitet sein wollen, gehen die Vorbereitungen, die sie treffen, über ein paar Lebensmittel als Vorrat hinaus. Auch Werkzeuge, Kommunikationsmittel (Funkgeräte), Schutzkleidung und sogar Gebäude und Schutzräume werden für den Ernstfall bereitgestellt.

In vielen Fällen orientieren sich Prepper an den Empfehlungen des Bundesamtes für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz (BBK). Das Amt gibt immer wieder überarbeitete Listen mit Gegenständen und Lebensmitteln heraus, die Bürger für den Notfall bereithalten sollten. Wir haben eine Liste dieser Gegenstände in einer Fotostrecke zusammengestellt:

Was betrachten Prepper überhaupt als Notfall oder Katastrophe?

Da die Prepper-Szene sehr homogen ist, gibt es auch unterschiedliche Auffassungen über Notlagen. Während einige Prepper sich auf Atomunfälle vorbereiten, sorgen andere für den Ausfall von Stromnetzen vor. Das Buch „Blackout – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg lenkte den Fokus auf die Prepper-Szene.

In dem Buch wird ein massiver Stromausfall in Europa nach einem Hackerangriff beschrieben. Elsberg selbst schilderte in mehreren Interviews, dass er sich selbst auch auf solche Notfälle vorbereitet habe.

Während Prepper für unterschiedliche Katastrophen planen, gibt es auf staatlicher Ebene relativ eindeutige Definitionen einer Katastrophe. Die Bundesländer regeln dies im Einzelfall. Nordrhein-Westfalen definiert beispielsweise das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG), wann ein Ernstfall vorliegt.

Wie ist die Prepper-Szene organisiert?

Seit mehreren Jahren tauschen sich Prepper in unterschiedlichen Foren aus. Eines der größten ist dabei das offizielle Forum der Prepper Gemeinschaft Deutschland. Neben digitalen Veröffentlichungen informieren sich Prepper aber auch in gedruckten Magazinen wie dem „Desaster Magazin“, das auch an deutschen Bahnhofskiosken zu kaufen war.

Doch so groß die Bandbreite an Informationsmöglichkeiten zu sein scheint, so vielfältig ist auch die Szene. So tummeln sich neben Katastrophenhelfern mitunter auch Verschwörungstheoretiker und Reichsbürger in der Gemeinschaft.

Große Teile der Szene wollen sich aber deutlich von vor allem rechtsextremen Gruppierungen absetzen. So findet sich auf der Webseite www.paranoid-prepper.com eine große Grafik mit der Aufschrift „Stop. Keine Plattform für Radikale“.