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In „Little Big Stars“ sucht Thomas Gottschalk kleine Talente

Sechs Jahre nach „Wetten, dass..?“ tingelt Thomas Gottschalk durch die TV-Landschaft. In „Little Big Stars“ fördert er begabte Kinder.

Vermurksen können es die kleinen Talente nicht. Bei Thomas Gottschalk, selber Großvater, gibt es keine Bewertungen und keinen Konkurrenzdruck.

Vermurksen können es die kleinen Talente nicht. Bei Thomas Gottschalk, selber Großvater, gibt es keine Bewertungen und keinen Konkurrenzdruck.

Foto: SAT.1 / obs

Berlin.  Leben ist Wettkampf, jedenfalls im Fernsehen. Singen, tanzen , kochen – wer etwas gut kann, muss sich mit anderen messen, so will es das Gesetz der Unterhaltung. Thomas Gottschalk, Urgestein des deutschen Fernsehentertainments, möchte jetzt beweisen, dass es auch anders geht.

Mit der Talentshow „Little Big Stars“ kehrt der 66-Jährige für Sat.1 auf die große Bühne zurück, ausgerechnet am hart umkämpften Sonntagabend. Im Mittelpunkt der Sendung stünde nicht Gottschalk, so der Sender, sondern seine Gäste: „Little Big Stars“ will talentierten Kindern Raum geben, zu zeigen, was sie können. Kleine Pianisten, BMX-Fahrer, Gourmetköche, Seifenblasenkünstler und Dinosaurier-Experten sind bei den Sendungen an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen dabei. „Ich war oft überrascht, wie weit mir die Kinder voraus waren“, so Gottschalk.

Gottschalk, der geborene „Ententrainer“

Was die Sendung – neben den Darbietungen der Kinder – trägt, sind ihre Begegnungen der Kleinen mit dem Moderator. Die meisten der Drei- bis 14-Jährigen hätten ihn bereits gekannt, so Gottschalk – allerdings meistens als den Onkel mit den Gummibärchen aus der Werbung. Zumindest die älteren erinnern sich aber noch an den blonden Hünen als Unterhalter. So erzählt ein Junge strahlend, wenn er groß sei, wolle er ebenso wie Gottschalk „Ententrainer“ werden. Ententrainer? „Äh, Entertainer!“

Bis ein solcher Moment zustande kommt, kann es beim Dreh mit Kindern allerdings dauern. Bis zu einer Stunde, berichtet Gottschalk, habe er zum Teil mit den Kindern „rumgealbert“, bis die sich an das große Studio und die aufregende Situation gewöhnt hatten. „Die Kinder haben überhaupt kein Zeitgefühl und es ist ihnen völlig egal, was man sich von ihnen erwartet“, sagt Gottschalk. „Die kommen da rein und wollen ihren Spaß haben. An mich oder die Zuschauer denken die keine Sekunde.“ Der „Blindflug“ habe ihm aber Spaß gemacht, so der Moderator.

Ursprünglich kommt das Format aus den USA, wo Steve Harvey die Sendung unter dem Titel „Little Big Shots“ moderiert. Dort ist die Show, produziert von Talkstar Ellen DeGeneres, sehr erfolgreich: „Little Big Shots“ war in diesem Jahr für einen Emmy nominiert, seit März läuft die zweite Staffel.

Seit „Wetten, dass..?“ hat Gottschalk viel ausprobiert

„Es ist der statthafte Versuch“, erklärt Gottschalk, „mit unverkrampften Kindern und einem freundlichen Moderator Unterhaltung zu machen.“ Er sei gespannt, ob das als Einschaltimpuls für das Publikum heute noch ausreiche.

Wie unbeständig die Gunst des Publikums sein kann, hat der Unterhalter in den vergangenen Jahren erfahren. Seit seinem Abschied von „Wetten, dass..?“ 2011 hat Gottschalk viel ausprobiert, war im Vorabendprogramm der ARD zu sehen und als Juror bei RTLs „Supertalent“. Sein letztes Engagement bei RTL, die Live-Talkshow „Mensch Gottschalk“ fuhr 2016 enttäuschende Quoten und harte Kritik ein. Am 28. Mai werden die „Little Big Stars“ ein zweites Mal zu sehen sein. Ob es danach weitergeht, ist unklar.

Sonntag, 23. April, Sat.1, 20.15 Uhr

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