ZDF-Intendant Thomas Bellut will über das kommende Jahr hinaus mit Moderator Jan Böhmermann zusammenarbeiten. „Am Ende ist es immer eine Entscheidung des Künstlers, wo er seinen Hafen sieht. Ich würde mich freuen, wenn diese Zusammenarbeit auch über die Vertragszeit hinausgehen würde“, sagte Bellut im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

„Ein Satiriker wie Böhmermann braucht einen verlässlichen Sender und auch einen Intendanten, der zu ihm steht und ihm auch gelegentlich einen Ratschlag gibt.“ Sein Vertrag war bis Ende 2017 verlängert worden.

„Neo Magazin Royale“-Wiederholung im Hauptprogramm

Auf Böhmermanns Wunsch nach einer eigenen Unterhaltungsshow im ZDF-Hauptprogramm reagierte Bellut jedoch zurückhaltend. „Ich schließe das nicht aus, seine Sendung wird ja auch im Hauptprogramm wiederholt“, sagte der Intendant. „Aber da, wo er jetzt ist, erreicht er nahezu perfekt die jüngeren Zuschauer.“

ZDF-Intendant Thomas Bellut setzt auch in Zukunft auf Jan Böhmermann – ob fürs Hauptprogramm lässt er aber offen.
ZDF-Intendant Thomas Bellut setzt auch in Zukunft auf Jan Böhmermann – ob fürs Hauptprogramm lässt er aber offen.© dpa | Fredrik von Erichsen

Böhmermann moderiert im Digitalsender ZDFneo einmal pro Woche die Sendung „Neo Magazin Royale“. Im Hauptprogramm zeigt das ZDF in der Nacht zu Samstag eine Wiederholung.

„Schmähgedicht“ sorgte für Aufsehen

Böhmermann hatte mit einem „Schmähgedicht“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan viel Wirbel ausgelöst. In einem dpa-Interview hatte der Satiriker mit Blick auf das Hauptprogramm gesagt: „Der Anspruch meines Teams und mir lautet: weg von Twitter, hin zu einer lustigen werktäglichen Unterhaltungsshow am späten Abend.“

Der Intendant lobte den Moderator: „Er ist vor allem im Netz unglaublich erfolgreich“, sagte Bellut. „Ich würde ihm immer raten, sein klares Profil beizubehalten, das ist sein Markenzeichen und sein Erfolgsrezept.“ (dpa)

So reagiert Böhmermann auf einen Hetzer

Auf seiner Facebook-Seite hat Jan Böhmermann den Nachrichtenverlauf mit einem Hetzer und einem fiktiven Zensur-Ministerium geteilt. Der Internet-Troll beschimpfte den Moderator im Netz.
Auf seiner Facebook-Seite hat Jan Böhmermann den Nachrichtenverlauf mit einem Hetzer und einem fiktiven Zensur-Ministerium geteilt. Der Internet-Troll beschimpfte den Moderator im Netz. © Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann
Böhmermanns Reaktion: Als „Sachbearbeiter Reckweck“ getarnt, verwarnte er den Hetzer und drohte mit Internetverbot.
Böhmermanns Reaktion: Als „Sachbearbeiter Reckweck“ getarnt, verwarnte er den Hetzer und drohte mit Internetverbot.© Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann
Der Hetzer antworte mit der klassischen Ausrede „Mein Kumpel hat das Handy benutzt“.
Der Hetzer antworte mit der klassischen Ausrede „Mein Kumpel hat das Handy benutzt“.© Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann
Den Namen des angeblichen Kumpels wollte der Mann natürlich nicht nennen.
Den Namen des angeblichen Kumpels wollte der Mann natürlich nicht nennen.© Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann
„Sachbearbeiter Reckweck“ droht daraufhin mit dem BVB.
„Sachbearbeiter Reckweck“ droht daraufhin mit dem BVB.© Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann
Das zeigt Wirkung.
Das zeigt Wirkung.© Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann
So willigt der Hetzer sogar ein, sich für einen guten Zweck zu engagieren.
So willigt der Hetzer sogar ein, sich für einen guten Zweck zu engagieren.© Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann
Obwohl er ja eigentlich keinen Grund gehabt hatte, den Moderator zu beleidigen.
Obwohl er ja eigentlich keinen Grund gehabt hatte, den Moderator zu beleidigen.© Screenshot Facebook Jan Böhmermann | Screenshot Facebook Jan Böhermann