Casting-Show

Im Halbfinale von „The Voice of Germany“ flogen die Höschen

In der vorletzten Ausgabe von „The Voice“ hat Sat. 1 ordentlich aufgefahren. Schon jetzt steht fest, dass ein Mann gewinnen wird.

Tay Schmedtmann überzeugte sowohl Juroren wie auch das Publikum mit seinem Auftritt im Halbfinale von „The Voice of Germany“.

Tay Schmedtmann überzeugte sowohl Juroren wie auch das Publikum mit seinem Auftritt im Halbfinale von „The Voice of Germany“.

Foto: Clemens Bilan / Getty Images

Berlin.  Ach, wenn Vergangenheit und Gegenwart doch immer so harmonisch miteinander verschmelzen würden. Da läuft am Sonntagabend zur besten Sendezeit das Halbfinale von „The Voice“ und was bewahrheitet sich? Ein 2000 Jahre altes Sprichwort. Wie formulierte es Mätthaus, einer von Jesus’ Jüngern, so treffend? „Die Letzten werden die Ersten sein“. Ganz genau so ist es.

Denn aus allen vier Teams sicherten sich die Kandidaten mit den jeweils letzten Auftritten das Ticket fürs Finale. Ganz so, als hätten die beiden Konkurrenten nur die Vorband dargestellt. Dabei zeigten alle zwölf Kandidaten, wieso sich ein Wochenendausklang mit „The Voice“ absolut gelohnt hat.

Gewinnen wird ein Mann

Schon der Start in die 100. Folge der Show gestaltet sich vielversprechend: Mit XXL-Mannequin-Challenge, einem Auftritt von Max Giesinger („80 Millionen“) sowie Feuerwerk-Fontänen fährt Sat.1 ein Gesangs-Spektakel der Extraklasse auf. Wir fragen uns: Was passiert erst im Finale? Wird die Show live vorm Brandenburger Tor gefilmt? Moderiert Angela Merkel? Egal, wie der Sender diese Sendung noch toppen will, fest steht schon jetzt: „The Voice of Germany“ ist ein Mann!

Da wäre Kandidat eins, Tay Schmedtmann, der Sonnyboy im Team Bourani. Mit gerade 19 Jahren lässt er seine Konkurrenten, Prince-Doppelgänger und Paradiesvogel Michael Caliban sowie Liebeslied-Lucie, im Halbfinale haushoch hinter sich. Sagenhafte 80,9 Prozent der Zuschauer stimmen für ihn und seine Darbietung von Sarah Connors „Wie schön du bist“. Wie schön, jetzt steht er im Finale!

Wer das Rennen am vierten Advent machen kann?

Doch da wartet mit Robin Resch ein Muhammed Ali von Gesangsgegner. Das Naturtalent, das im Halbfinale erst seinen „vierten oder fünften Auftritt“ hat, ist seiner Konkurrenz nämlich schon ein Höschen voraus. Oder für welch anderen Mann sind Slips auf die Bühne geflogen? Eben! Stas Schurins und Flo Unger mussten sich mit Applaus abfinden. Bei einem A-capella-Auftritt wie dem zu „Chasing Cars“ dürften Robin auch in Zukunft eine Menge Schlüpfer sicher sein.

Falls nicht auch Boris Alexander Stein welche abbekommt. Der Typ mit „der harten Schale und dem weichen Kern“ reizt Michi Beck mit seinen Gegensätzen wie keiner seiner Gegner. Dabei sollte „Bobby“ eigentlich Beamter werden! Hat sich zumindest seine Mutti so gewünscht.

Auch entgegen Muttis Plänen ein Erfolg

Doch die Gesangskarriere samt Gesichtstattoo soll es sein, und siehe da, es läuft! Warum? „Weil es jetzt nicht mehr darauf ankommt, besser, sondern anders zu sein!“, weiß Coach Yvonne Catterfeld. Mit grauer Bomberjacke und Mütze begeistert Stein das Publikum mit der Ballade „Still“. Und kickt, „Bye Bye“, Friedemann Petter und Vera Tavares aus „The Voice“.

Marc Amacher ist die Hoffnung für den Hattrick – denn Team Fanta ist heiß auf den dritten Sieg in Folge. Der Schweizer Rocker, der auch noch die Mundharmonika gespielt hat, als sei es das Leichteste im Leben, hat mit seiner Performance von „T.N.T.“ die Bühne gesprengt – und bewiesen, dass eine Finalteilnahme auch ohne Schmuse-Titel möglich ist. Zumal die Zuschauer einzig bei ihm eine „Zugabe!“ forderten. Für Robert Ildefonso hat es trotz der „geilsten Stimme der Show“ (Smudo) nicht gereicht, und auch Yasmin Sidibe ist schnell „Somebody That We Used To Know“.

Nur bei der Moderation hapert es manchmal

Das können wir von Lena „Lenachen, Lenalein, Lenali“ Gercke leider nicht behaupten (Welche herzallerliebsten Spitznamen Thore Schrödermann wohl in der kommenden Folge einfallen?), aber das ist bei einer ansonsten gut gemachten Show durchaus zu ertragen.

Und für alle, die traurig sind, dass es ihr Favorit nicht in die nächste Runde geschafft hat: Auch die „Verlierer“ dürfen, so wie die Finalisten, ihre eigene Single veröffentlichen. Das ist doch fein. Und wer weiß, welche Karriere sich da noch entwickelt? Doch das ist reine Zukunftsmusik.