Jubiläum

Der harte „Shopping Queen“-Alltag von Guido Maria Kretschmer

Seit 1000 Folgen bewertet Designer Guido Maria Kretschmer schon die Kandidatinnen bei „Shopping Queen“. Sein Arbeitsaufwand ist enorm.

Star-Designer Guido Maria Kretschmer ist seit über vier Jahren als Juror in der Sendung „Shopping Queen“ zu sehen. Die Show feiert nun ihre 1000. Folge.

Star-Designer Guido Maria Kretschmer ist seit über vier Jahren als Juror in der Sendung „Shopping Queen“ zu sehen. Die Show feiert nun ihre 1000. Folge.

Foto: VOX/Robert Ascroft / VOX

Berlin.  Shoppen ist das wohl eins der beliebtesten Hobbys unter Frauen. Und wer selbst gerade nicht shoppen geht, schaut anderen Damen gerne dabei zu. Kein Wunder, dass die Sendung „Shopping Queen“ mit Designer Guido Maria Kretschmer so erfolgreich ist. Nun feiert die Vox-Show bereits die 1000. Folge. Auch nach mehr als vier Jahren ist Kretschmer das Format noch nicht leid – und die Ideen gehen ihm auch nicht aus, wie er im Interview erzählt.

Gibt es Kandidaten, die Ihnen in den 1000 Folgen im Gedächtnis geblieben sind?

Guido Maria Kretschmer: Es bleiben einfach viele kleine Momente in Erinnerung. ,Shopping Queen’ ist nicht nur eine Sendung, es ist eine Bewegung geworden. Wir sind wie eine Gruppe – egal, welche Altersstufe, ob mit oder ohne Geld. Das finde ich schön. Es ist auch wichtig zu sehen, dass man bei uns nicht unbedingt ein super Haus oder Ankleidezimmer braucht. Ich behandle alle gleich.

Es gibt auch Kandidaten, die mich so anrühren, dass ich sie nie wieder vergessen werde. Für die es das größte war, bei uns mitzumachen. Die eine Woche ,Shopping Queen’ war für sie das schönste in ihrem Leben. Diese Freude ist für mich ganz irre toll. Dass sich manche allerdings so freuen mich zu sehen, erstaunt mich oft.

Wie viel sehen Sie von den Kandidaten?

Kretschmer: Ich sehe von den Kandidatinnen alles – aber nur das, was sie machen. Ich will nicht das Miteinander sehen, ob die sich verstehen oder nicht. Das spüre ich schon. Ich weiß das Motto, aber sonst nichts. Es interessiert mich auch gar nicht wie alt sie ist oder welche Kleidergröße sie trägt. Ich überlege lieber, wer sie sein könnte. Da kann ich der Frau auch mehr Raum geben und mich mehr auf sie einlassen. Pro Kandidat kommentiere ich dann zwei Stunden. Es wird aber nur etwa ein Zehntel davon gesendet.

Fallen Ihnen nach über vier Jahren noch verschiedene Mottos ein?

Kretschmer: Ja, erstaunlicherweise fällt mir immer noch etwas ein. Mode ist sehr lebendig. Die Menschen und Begehrlichkeiten sind ja unterschiedlich. Aber viele Mottos werden auch von der Redaktion gemacht. Ich gebe zwar meinen Input, aber ansonsten lasse ich die machen. Wir treffen uns einmal im Jahr und überlegen uns, was die Modethemen sein könnten, und dann bauen wir dazu Mottos. Nur den Wortlaut verändre ich hin und wieder noch.

Gibt es ein Motto, das gar nicht geht?

Kretschmer: Ja, wenn es zu sexy ist und ordinär wird, wenn jemand vorgeführt werden könnte. Du kannst niemanden in Wäsche auf den Laufsteg schicken. Auch militärische Mottos lehne ich immer ab. Das hat für mich in der Mode nichts zu suchen.

Wie kommen Sie neben den Dreharbeiten überhaupt noch zum Designen?

Kretschmer: Das ist schon tough. Ich bin ein sehr fleißiger Mensch, aber nicht, weil ich ein Workaholic bin, sondern weil ich so groß geworden bin. Ich komme aus einer Welt, in der man arbeiten muss. Ich musste immer alles selber machen. Das war im Studium auch nicht immer leicht. Jetzt bin ich aber ja noch fit und so lange mache ich weiter – jedoch natürlich nicht auf ewig in dieser hohen Schlagzahl.

Ich habe ja nebenbei auch ein ganz schönes Leben. Wenn ich dann mal einen Tag oder ein Wochenende frei habe, dann genieße ich das so sehr. Dann bin ich so ruhig und ganz bei mir. Ich habe eigentlich alles. Lebe an so vielen schönen Plätzen, habe meine Hunde und meinen Frank.

Beschwert sich Ihr Lebensgefährte Frank nie und fordert, dass Sie mal früher zuhause sind?

Kretschmer: Ich lasse mich nachts immer noch nach Hause fahren. Ich habe so lange gependelt – Frank war zuhause in Spanien, ich in Deutschland. Wir kennen das, so lange getrennt zu sein. Nun ist er endlich hier und hat noch nie zu mir gesagt, dass ich mal pünktlich da sein soll. Der wartet so lange, bis ich komme. Es hat seitdem noch keinen Tag gegeben, an dem ich nach Hause kam und Frank nicht da war. Der würde mich auch nie morgens gehen lassen, ohne mich zu verabschieden, egal, ob um 3, 4 oder 5 Uhr. Frank steht im Bademantel und mit einer Tasse Kaffee und den Hunden da. Danach geht er dann wieder ins Bett.

Gibt es einen Prominenten, den Sie gerne mal einkleiden würden?

Kretschmer: Kate Winslet! Ich liebe Kate Winslet! Sie ist so wunderbar. Da bin ich ein bisschen Fan.

Abschließend noch eine Modefrage: Gibt es überhaupt noch Modesünden?

Kretschmer: Erst gerade habe ich wieder eine Modesünde gesehen – an einer Kandidatin. Die Ohrringe, die Modeberaterin – alles! Die haben einen Look gebastelt, der wirklich verboten war.

Und welche Farbkombinationen sind bei Ihnen absolut tabu?

Kretschmer: Man sagt ja Grün und Blau trägt die Sau. Nun ja, ich weiß ja nicht … Auch Orange in der Kombination mit Königsblau – schlimm. In Holland kannst du das vielleicht noch machen. Ich bin auch kein Freund von Lachstönen. Als Fisch ist er lecker, aber ansonsten nicht meins. Altrosa finde ich auch fies.

Die Jubiläumswoche von „Shopping Queen“ läuft vom 21. bis zum 25. November, um jeweils 15 Uhr, bei Vox.