Sat.1-Komödie

„Verdammt verliebt auf Mallorca“ ist mehr als nur Ballermann

Die Sat.1-Komödie „Verdammt verliebt auf Mallorca“ spielt im Schlagermilieu von Palma. Gänzlich verzichtet sie aufs Niveau aber nicht.

Verwicklungen auf Mallorca: Antonia (Valerie Niehaus) und Gregor (Stephan Luca, rechts) kommen von einer Party mit dem Dresscode „Weiß“, als sie auf Antonias Chef und Liebhaber Konrad (Uwe Ochsenknecht) treffen.

Verwicklungen auf Mallorca: Antonia (Valerie Niehaus) und Gregor (Stephan Luca, rechts) kommen von einer Party mit dem Dresscode „Weiß“, als sie auf Antonias Chef und Liebhaber Konrad (Uwe Ochsenknecht) treffen.

Foto: Benedikt Müller / Sat.1/Benedikt Müller

Berlin.  Seinen Po hätten mittlerweile genug Menschen gesehen, hatte Stephan Luca der „Bunten“ gesagt. Er habe sich aus der Schublade gekämpft und Drehbücher abgelehnt mit Regienotizen wie: „Er geht vom Bett in die Dusche, lässt bei Punkt eins sein Handtuch fallen. Zoom auf den Po.“

In der Sat.1-Komödie „Verdammt verliebt auf Mallorca“ zeigt Stephan Luca seinen Po, exakt bei Punkt eins. Der Romantikkomödien-Beau lehnte das Drehbuch trotz dieser Kehrseite nicht ab. Denn Regisseur Ulli Baumann lockte ihn mit dem Vorhaben, ihn in seiner Rolle als Schlagersänger Gregor Brömmer tatsächlich auf dem Freiluftdisco Megapark auftreten zu lassen, vor 2000 echten Feierwütigen. „Filmwelt trifft das echte Leben, kein doppelter Boden. Sondern rausgehen, auftreten und singen. Triumph oder Untergang“, sagt Luca dazu. Mit Mickie Krause und Jürgen Drews standen ihm zwei echte Ballermann-Veteranen zur Seite.

Katzenjammer nach der Party

Wer nun das Schlimmste befürchtet: Ganz so ist es nicht. Die Komödie streift zwar über die Auswüchse der Promille-Piste Mallorcas, die Gags bleiben jedoch oberhalb der Gürtellinie und kommen ohne Stoffwechsel-Desaster aus.

Ach ja, die Handlung. Lehrerin Antonia (Valerie Niehaus) fliegt mit ihrer spaßfreien Spanischklasse zur Kulturreise nach Mallorca. Statt Bierdurst haben die jungen Streber Bildungshunger. Wegen einer Fehlbuchung landen sie jedoch obdachlos in der Wildnis, bis eine Schülerin vorsichtig vorschlägt, sie könne ihren auf Mallorca lebenden Vater um Hilfe bitten. „Super“, sagt Antonia. Stella warnt: „Sie kennen ihn ja noch nicht.“

Mallorca ist ein zuverlässiger Beschleuniger

Denn ihr Vater Gregor ist ein abgehalfterter Schlagersänger und verfrachtet die gestrandete Reisegruppe in ein Partyhotel. Spröde Lehrerin, spritziger Lebemann. Jetzt, so glaubt man, muss man sich die restlichen 80 Minuten anschauen, wie sie sich seines Buhlens erwehrt und sich ihm in der letzten Minute hingibt. Irrtum. Hier bricht das Drehbuch die Erwartungen. Schon nach 22 Minuten erliegt sie ihm. Mallorca ist einfach ein zuverlässiger Beschleuniger. Mit dem Kater kommt der Katzenjammer. Eine „miese Masche“ wirft sie ihm vor. „Wenn meine Masche so mies ist, warum bist du dann drauf reingefallen?“, kontert er.

Es folgen die üblichen Verwicklungen und als Nebenhandlung ein Vater-Tochter-Konflikt, dazu gibt es schrullige Nebenfiguren wie Uwe Ochsenknecht als Antonias Schuldirektor.

Manchmal lustig, manchmal nervig

Das Ganze ist manchmal lustig, manchmal nervig, und den kitschigen Schluss erträgt man, weil man sich, verdammt, ein bisschen mit in die charmanten Hauptdarsteller verliebt hat. Schließlich stehen sie für das Gegensatzpaar Hedonismus versus Kultur, welches auch die Insel in sich vereint. Und so bekommt der Zuschauer von Mallorca nicht nur Ballermann, sondern auch Bergdörfer wie Valldemossa zu sehen. Und er erhält von Stephan Luca eine schlichte, aber wahre Botschaft: „Ein bisschen Spaß muss sein.“

Fazit: Leichte Kost zur sanften Sommerentwöhnung

Dienstag, 13. September, 20.15 Uhr, Sat.1