Moderator

Hugo Egon Balder will sich aus dem Fernsehen zurückziehen

Er war der „Herr der Möpse“ und erfand eine der erfolgreichsten Comedyshows. Nun kündigt Hugo Egon Balder seinen Rückzug vom TV an.

Von Jonas Erlenkämper

Foto: Foto: RTL / Benno Kraehahn

Düsseldorf.  Am Samstag (27. August) ist er mal wieder als Moderator im Fernsehen. Zusammen mit Hella von Sinnen (57) sucht Hugo Egon Balder (66) „Die Kirmeskönige“. Wieder die beiden: Ihre gemeinsame Talkshow „Der Klügere kippt nach“ wurde im letzten Jahr wegen schwacher Quoten abgesetzt. Wie oft Balder noch ins Fernsehen zurückkehrt, ist ungewiss.

„Dass Tele5 die Sendung eingestellt hat, war mir gar nicht so unlieb“, sagt Balder über seine Talkshow. Das sei alles ein Riesenstress gewesen. Jetzt also „Die Kirmeskönige“. Die Show wurde auf der Düsseldorfer Rheinkirmes aufgezeichnet, als Kandidaten sind Promis wie Gülcan Kamps, Sarah Lombardi, Larissa Marolt und Joey Heindle dabei. Die müssen unter erschwerten Bedingungen „Hau den Lukas“, Autoscooter und andere Attraktionen absolvieren. Fast vier Stunden wird die Mammutshow dauern.

In Düsseldorf an der Seite von Harald Schmidt

Balder hat Mitte der 80er-Jahre in Düsseldorf gelebt. Damals machte er im „Kom(m)ödchen“ politisches Kabarett an der Seite von Harald Schmidt. Auf die Rheinkirmes hat es ihn trotzdem nie gezogen, er mag keine Volksfeste.

Warum übernimmt er dann ausgerechnet eine Kirmesshow? „RTL hat mich gefragt, und ich habe Ja gesagt.“ So einfach ist das. Balder hat im Fernsehen schon viel gemacht: Er war die Stimme der Hundepuppe „Feldmann“ in Frank Zanders Sendung „Vorsicht Musik!“, er ließ sich von Hella von Sinnen in „Alles nichts oder?!“ als „magersüchtiges Frettchen“ beschimpfen, präsentierte halb nackte Früchtchen in „Tutti Frutti“ und entwickelte die Grimmepreis-geehrte Comedyshow „RTL Samstag Nacht“.

Balders Grundsatz: sich amüsieren

Balder ist einer der dienstältesten Vertreter der Unterhaltungsbranche. Schon vor 35 Jahren trat er als Schlagersänger in Ilja Richters „Disco“ auf. Dabei ist der gebürtige Berliner gelernter Theaterschauspieler, er kann auch seriös. Aber das hält ihn nicht davon ab, im Fernsehen Quatsch zu machen. Balder hat einen Grundsatz: Er will sich amüsieren. „Ich nehme fast nichts ernst.“

In den letzten Jahren war er seltener auf dem Bildschirm zu sehen. Dass er für „Die Kirmeskönige“ nochmal den Moderator gibt, hat auch mit seiner Freundin Hella von Sinnen zu tun, mit der er gerne wieder zusammenarbeiten wollte. Die beiden kennen sich seit 1988, machten zusammen „Alles nichts oder?!“ und „Genial daneben“. „Wir treffen uns auch privat und wohnen beide in Köln“, sagt Balder.

Keine Lust mehr auf „dämliche Shows“

Zurzeit spielt er in Hamburg Theater. Ob er sich langsam aus dem Fernsehen zurückziehe? „Da ist was Wahres dran“, antwortet Balder. Die Branche habe sich verändert, er sehe seine Zukunft als Schauspieler. „Ich habe keine Lust, in meinem Alter noch dämliche Shows zu moderieren.“

RTL, Samstag, 20.15 Uhr